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Heft 237, Juni 2009  

 


Aktuelle Meldungen
Entscheid im Dieter-Werner-50-Geburtstagsturnier
Karl-Heinz Siehndel:
Schachprogramme - was sie wirklich können
Entscheid im Informalturnier 2004, Abteilung Dreizüger
Werner Keym: Auf der Suche nach dem idealen Babson-problem
Endgültiger Entscheid im 199. Thematurnier (Schacholympiade 2008), Abt. Studien
Entscheid im Informalturnier 2006, Abt. Retros
Einladung zum Schwalbe-Treffen
Ausschreibung zum Helmut-Zajic-Gedenkturnier
Urdrucke
Lösungen der Urdrucke aus Heft 234, Dezember 2008
Bemerkungen und Berichtigungen

Turnierberichte

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Dieter-Werner-Geburtstagsturnier
Preisbericht von Dieter Werner (CH-Gy)

Wie bei diesem Turnierdirektor nicht anders zu erwarten, gingen exakt 37 Aufgaben von 29 Autoren aus 11 Ländern ein, die mir anonymisiert zugesandt wurden. Teilnehmer und Aufgaben (+: Gemeinschaftsaufgabe; v: Verbesserung):
Gunter Jordan (GER): 1, 10, 21; Martin Minski (GER): 2; Marcel Tribowski (GER): 3; Torsten Linß (GER): 4, 5; Eugene Fomitschew (RUS): 6; Leonid Ljubaschewski (ISR): 7+, 17+; Leonid Makaronez (ISR): 7+, 17+, 29; Josef Kupper (SUI): 8, 9; Andrei Dikusarow (RUS): 11, 12, 13, 14, 15; Paul Raican (ROM): 16, 16v; Stephan Dietrich (GER): 18, 24; Henryk Grudzinski (POL): 19, 35; Dusan Tadic (CRO): 20; Wilfried Neef (GER): 22; Sergei Rumjanzew (RUS): 23; Frank Richter (GER): 25, 26; Gerald Ettl (GER): 27; Ion Murarasu (ROM): 28; Hans Peter Rehm (GER): 30; Volker Gülke (GER): 31+; Hartmut Laue (GER): 31+; Stanislav Vokal (SVK): 32; Giuseppe Acciaro (ITA): 33; Waleri Kirillow (RUS): 34+; Michail Mischko (UKR): 34+; Sergei Smotrow (KAZ): 34+; Hemmo Axt (GER): 36; Michail Marandjuk (UKR): 37+; Iwan Soroka (UKR): 37+.
Ein herzliches Dankeschön für die Ausrichtung des Thematurniers geht an meinen Freund, Turnierdirektor und Initiator Norbert Geissler, den Schriftleiter dieser Zeitschrift Volker Gülke und selbstverständlich besonders an alle Teilnehmer mit ihren phantasievollen Aufgaben! Ich bin sicher, dass viele Bearbeiter von S#-Rubriken über Einsendungen mit derart hoher Qualität begeistert wären! Das Niveau rechtfertigt den Eingang von ca. 50% der korrekt gebliebenen Aufgaben in den Preisbericht.
Es wurden mehr Probleme eingereicht, als ich insgeheim erhofft hatte, denn neudeutsch logische S#-Mehrzüger sind nicht leicht zu komponieren, da sie neben den üblichen künstlerischen und ästhetischen Qualitätskriterien zusätzlich den hohen Anforderungen der neudeutschen Schule genügen müssen. Das war nicht bei allen Einsendungen der Fall. Derartige Aufgaben können aber in anderen Turnieren durchaus eine Chance haben, ausgezeichnet zu werden. Denn wie seit Grasemann allgemein bekannt ist, bedeutet das Prädikat neudeutsch „nicht viel mehr als die Feststellung einer Tatsache, ein Werturteil ist es nicht".
Außerdem wurden einige Aufgaben nicht in den Bericht aufgenommen, auch wenn sie formal der neudeutsch logischen Schule angehören. Es handelt sich dabei meist um langzügige Probleme, deren Ausgangsstellung mit einer kleinen Veränderung nach Dauerschachgeboten wieder auf dem Brett steht, wobei die Schachgebote keinen inneren Zusammenhang aufweisen, also zufällig erscheinen. Dies ist aber nur mein persönlicher Geschmack. Ich bitte die Autoren deshalb, Ihre Werke unbedingt veröffentlichen zu lassen!

Anmerkungen zu defekten Aufgaben:
Nr. 6: Kd1/Kd3 Dual nach 4.- K:b3 5.Dc2+ und De2! (dr. 6.Dd3+ L:d3#) - Nr. 11: unthematisch (siehe Diagramm). - Nr. 14: Ka7/Kd8 NL in 16 (1.Dd6+ Kc8 2.D:e6+ Kd8 ..5.Dg5+ Kc8 6.Th8+ Kd7 7.L:g4+ Kc6 8.Lf3+ Kd7 9.Df5+ Ke7 10.Lh4+Kd6 11.Dd5+ Kc7 12.De5+ Kd7 13.Td1+Td2 14.Th7+ Kc8 15.Dc7+ S:c7 16.Lb7+ T:b7# - Nr. 15: Kg4/Ke2 NL in 6 (1.Dc2+ Kf1 2.Kf3 f6 z.B. 3.Lc8 Bf5 4.Ld4 Ke1 5.Dd3 Tf1 6.Lf2 Tf2#) - Nr. 16: Kg4/Ke4 NL, wurde ersetzt durch 16v. - Nr. 20: Kf2/Kg5 NL in 11 (1.Se6+ d:e6 2.Td3 e5 3.Td5 K:f4 4.h4 Kg4 5.Dh5+ Kf4 6.Ke1 Ke3 7.Lc5+ Kf4 8.7d1 e4 9.Ld6 Ke3 10.Df3+ e:f3 11.Lf1 f2#) - Nr. 23: Ka1/Kh8 Unlösbar - Nr. 33: Kd5/Kd8 Unthematisch und unlösbar.

Anmerkungen inhaltlicher Art:
Nr. 17: Kd1/Kd4 Thema rein orthodox, da e.p.-Schlag leider nicht selbstmatttypisch genutzt wird. - Nr. 19: Kd1/Kd3 Die ersten 4 Halbzüge sind m.E. entbehrlich. - Nr. 22: Kc5/Kc3 Interessant, aber nicht neudeutsch-logisch. Der vom Autor angegebene Basisplan (ohne sBf4) kommt z.B. in der Lösung nach Zugzwang nur noch in einer kürzeren Nebenvariante vor. Trotzdem wie gesagt veröffentlichen, da ansonsten geschickt konstruiert. - Nr. 35: Kd1/Kd3 Sollte ohne den weißen Turm auf b1 realisiert werden.

  11) Andrej Dikurasow
#2 (10+10)

Bei dem Autor der Nr. 11 bedanke ich mich für die nette 50-Symbol-Widmung. Auch wenn die Aufgabe in 2 Zügen zu lösen und damit unthematisch ist, hoffe ich, dass der Autor mit der Veröffentlichung als Einführung einverstanden ist. Am Turnier kann sie natürlich nicht teilnehmen. (Lösung:1.Ld3?T:g5!, 1.T:e3? L:e3!, 1.b8D?T:e6!. 1.Ld5! [2.D:e4#] 1.- K:d5 2.Df5#, 1.- T:g5 2.Dg5#.)
Nun endlich zum Preisbericht: Die folgende Reihung ist mir, mit Ausnahme des 1. Preises, nicht leicht gefallen. Letztlich entschied wohl das Bauchgefühl. Deshalb gibt es auch keinen Grund, für die nicht ausgezeichneten Komponisten enttäuscht zu sein!

1. Preis: Nr. 31
Volker Gülke
Hartmut Laue

  2. Preis: Nr. 3
Marcel Tribowski
  3. Preis: Nr. 4
Torsten Linß
s#9 (12+9) s#21 (7+15) s#20 (5+2)

1. Preis: Nr. 31 von Volker Gülke und Hartmut Laue
Der klare Sieger! Er kommt extrem nahe an meine Vorstellungen eines perfekten Selbstmatts heran. Wir sehen, wie logisch einwandfrei weiße Masse (wT) beseitigt wird, um die doppelte Deckung eines Feldes (d6) mit Hilfe eines Springerpendels loszuwerden. Raffiniert ist bereits, dass der im Weg stehende weiße Turm nicht geopfert wird, sondern sich gezielt verstecken muss. Geradezu genial sind allerdings die Beschäftigungslenkungen des schwarzen Turms mit Rückkehr, die ich so noch nie gesehen habe!
Satzspiel: 1.- Kd4 2.Sf5+ Ke5 3.S:e3 ~ 4.T:e4+ K:e4#
Probespiel: Der Versuch, den Basisplan ohne vorherige Absicherung zu spielen scheitert an Td8. Ohne ihn ginge 1.SdS (2.D:d6+ K:D#) Kd4 2.Db6+ Ke5 3.Dd6+ K:D#. Mit Sb7-d8 wird d6 nicht mehr gedeckt und Db6 durch Linienöffnung erst möglich. Das ist zwar nicht zweckrein, aber die Linienöffnung kompensiert nur das nicht mehr durchführbare Satzspiel und stört deshalb nur wenig. Lösung: 1.Sc5! (2.D:d6+ K:d6#) und das Feld e4 ist doppelt gedeckt, was den schwarzen Turm entlastet 1.- Td3 2.Sa6! (3.T:e4+ K:e4#) Td4! behält c6 und e4 im Auge 3.T:d7 (4.D:d6+ T:d6 5.T:e4+ K:e4#) Tc4! 4.Ta7! (nicht 4.Tb7?; es droht 5.D:d6 K:d6#) Td4 5.Sc5 (6.T:e4+ T:e4 7.D:d6 K:d6#) Td3! 6.Sb7 (7.T:e4+ K:e4#) Te3 und wie geplant 7.Sd8 Kd4 8.Db6+ Ke5 9.D:d6+ K:d6#. Nebenspiel: 1.- Kd4 2.Sb3+ Ke5 3.Sa1! (passend zu 4.Ta7!) Kd4 4.Db6+ Ke5 5.D:d6+ K:d6#. Ein phantastisches, außergewöhnlich originelles Selbstmatt, das auf der Zunge zergeht!

2. Preis: Nr. 3 von Marcel Tribowski
Was für ein Werk! Weiß muss mittels ständiger Drohungen seinen Gegenpart an der kurzen Leine halten, um drei Primär- und ein Sekundärhindernis zu beseitigen. Nach ihrem Rundlauf kehrt die Dame auf ihr Ausgangsfeld zurück, um den Startschuss für das Opferfinale zu geben.
Probespiel: Nimmt man den wBc3, den sSa7 und den sBf5 vom Brett und stellt den wL nach f5 oder g6, um Dh7! auszuschalten, ginge sofort 1.Sb5! bei. 2.T:d2+ L:d2 3.Sc3+ L:c3 4.Dd3+ Ld2 5.D:d2 K:d2#
Lösung: 1.Dd3! (2.D:d2+ L:d2 3.T:d2+ K:d2#) Lg3 2.Da6 (3.T:d2+ K:d2#) Lf4 3.Dd6 Lg3 4.D:b8 Lf4 5.Dd8! Lg3 6.Ld7! Lf4 7.L:f5 (1. Primärhindernis, nämlich sBf5, ist beseitigt. Aber nun stört der Läufer auf f5, d.h. er erweist sich als das angesprochene Sekundärhindernis) 7.- Lg3 8.Da5 Lf4 9.c4! (2. Primärhindernis wird mit Feldräumung erledigt) Lg3 10.Ld3 (Antizielcharakter) Lf4 11.Lg6! (räumt für den Rückweg der Dame und verhindert gleichzeitig Dh7!; Kontrollspiele für Zweckökonomie: 11.Lh7? räumt, ermöglicht aber D:h7 und 11.Le4? verhindert weiterhin Dh7? aber räumt f5-d3 nicht) Lg3 12.D:a7 (beseitigt 3. Primärhindernis, deshalb nicht Dc7?) Lf4 13.Dd7 Lg3 14.Df5 Lf4 15.Dd3 Lg3 16.De4! Lf4 und endlich wie geplant 17.Sb5! bei. 18.T:d2+ L:d2 19.Sc3+ L:c3 20.Dd3+ Ld2 21.D:d2 K:d2#
Das weiße Spiel ist wirklich sehr beeindruckend! Mir gefallen vor allem Züge wie 6.Ld7! nachdem sich die weiße Dame perikritisch auf d8 zurückgezogen hat. Auch 11.Ld3-g6! ist sehr fein begründet. Weniger Beifall bekommt natürlich das ständige aber unvermeidbare Pendeln des schwarzen Läufers, die recht herzhafte Beseitigung der beiden schwarzen Rappen und der Schlagentzug der weißen Dame. Alles in allem wird das zugrunde liegende Schema aber hervorragend genutzt um ein kraftvolles und sehr interessantes Problem zu schaffen!

3. Preis: Nr. 4 von Torsten Linß
Ein gewaltiger Inhalt wird uns hier mit nur 7 Steinchen präsentiert! Der Springer muss nach h5 geführt werden, um den Grundangriff mit Blocktürmen spielen zu können (vgl. Aufgabe A). Die Türme werden zur Deckung beziehungsweise Linienverstellung eingesetzt, wobei sie harmonisch mit der weißen Dame zusammenarbeiten, die mehrfach als Batteriehinterstein dient. Die jeweilige Rückkehr der Schwerfiguren auf dem gleichen Weg ist bestechend schön! Probespiel: 1.De8+? Kd6 2.Dc6+ D:c6# aber 1.- Kf6!
Lösung: 1.Te7+! Kd6 2.Tg7+! Ke6 3.Df7+ Kd6 4.Df4+ Ke6 5.Te5+ Kd6 6.Tc5+! Ke6 7.Df7+ Kd6 8.Dc7+ Ke6 9.Sf4+ Kf6 10.Sh5+ geschafft! Ke6 11.Df7+ Kd6 12.Df4+ Ke6 13.Te5+ Kd6 14.Ta5+ Ke6 15.Df7+ Kd6 16.Df8+ Ke6 17.Te7+ Kd6 18.Tea7+ Ke6 19.De8+ Kd6 20.Dc6+ D:c6# Die beste Miniatur im Turnier mit einem krönenden Abschluss in perfekter Form.

4. Preis: Nr. 25
Frank Richter
  1. Ehr. Erwähnung: Nr. 26
Frank Richter
  2. Ehr. Erwähnung: Nr. 30
Hans Peter Rehm
s#13 (9+15) s#8 (11+13) s#9 (13+5)

4. Preis: Nr. 25 von Frank Richter
Äußerst gekonnt, beseitigt die weiße Dame den Störenfried auf f3 und pendelt auf ihr Ausgangsfeld zurück. Aufgewertet wird das durch den außergewöhnlich langen Grundangriff, bei dem der schwarze Turm so gelenkt wird, dass er den Hinterstein einer in der Ausgangsstellung noch nicht erahnten weißen Batterie mit Matt schlagen muss.
Probespiel: Der schwarze Bauer auf f3 verhindert 1.Lg2?! (2.S:b5+ T:b5#, 1.- Ta6? 2.Dc5+ b:c5#) T:g2 2.S:b5+! Kd5 3.Df7+ Kc6 4.Te6+ Kd5 5.S:c3+! Kd4 6.Te4+ f:e4 7.Sd5+! T:b2# Lösung: 1.De6! (2.S:b5+ T:b5#) Ta6 2.Dc6! (3.Dc5+ b:c5#) Ta5 3.D:f3 Ta6 4.Dc6 Ta5 5.De6 Ta6 6.De7! Ta5 7.Lg2! (8.S:b5+ T:b5#, 7.- Ta6? 8.Dc5+ b:c5#) T:g2 8.S:b5+! Kd5 9.Df7+ Kc6 10.Te6+ Kd5 11.S:c3+! Kd4 12.Te4+ (öffnet f7-d5!) f:e4 13.Sd5+! (verstellt f7-b3!) T:b2#
Ähnliche Damenpendel hat man schon gesehen, sie finden sich andererseits aber auch nicht wie Sand am Meer. Mir gefällt ausnahmsweise die ungewöhnliche 50:50%-Gewichtung von Basis- und Sicherungsplan, weil sie klar unterscheidbar sind. Schön ist zudem, wie die für das Mattbild nicht benötigten weißen Steine Te8/Lh3/Lb2 "nebenbei" beseitigt werden.

1. Ehrende Erwähnung: Nr. 26 von Frank Richter
Eine schwarze Linie (g2-g8) soll geöffnet werden. Die dazu benötigte Läuferlenkung erweist sich aber als Kritikus mit schwarzer Linienverstellung und Deckungsverlust. Interessanterweise kann dies nicht verhindert aber mittels raffinierter Sicherungsspiele kompensiert werden. Die Dame auf al übt zwar nur ihre Läuferfunktion aus, als Läufer gäbe es aber eine NL in 5 Zügen (3.La1-d4!).
Probespiel: 1.Td8+? L:d8 2.e7+ T:g8+ 3.Kh4!!
Lösung: 1.Sb6+ Kc5 2.Sd7+ (verstellt d8-d5!) Kd5 3.Le3! (4.Sf6+ L:f6 vermeidet Kritikus! 5.e7+ T:g8#) f:e3 4.Sb6+ Kc5 5.Sa4+ Kd5 6.Td8+ L:d8 (6.Sb4+? D:b4 7.Td8+ Dd6!) 7.Sb4+ D:b4 8.e7+ T:g8#
Feine Logik mit kritischem Spiel, Pendel, Antizielelementen und vielen Opfern gewürzt.

2. Ehrende Erwähnung: Nr. 30 von Hans Peter Rehm
„Wenn weiße und schwarze Batterien aktiv werden, ist Hochspannung vorprogrammiert", schreibt Friedrich Chlubna in seinem Buch Das Matt des weißen Königs, und mit Batterien geizt die vorliegende Aufgabe bestimmt nicht! Ein weißer Block erweist sich als verfrüht. Schwarz, der sich in Zugzwang befindet, denkt nicht daran, eine benötigte T/L-Batterie aufzubauen und entscheidet sich deshalb für eine potentielle L/T-Batterie. Diese würde aber nach dem Sicherungsspiel abziehen müssen und Weiß kann zu seiner Grundidee zurückkehren! Probespiel: 1.b4? L:g5? 2.Sc4+ Ke6 3.De3+ L:3# aber 1.- T:g5!
Lösung: 1.Kc4+! Ke6 2.Kd4+ Kd6 3.Td5+ Ke6 und nun erst 4.b4! (4.- T:g5 5.Te5+ Kd6 6.Ke3+ K:e5 7.Tf5+ T:f5#) deshalb besser 4.- L:g5! aber nun wird in die Ausgangsstellung zurückgependelt 5.Tb5+ Kd6 6.Kc4+ Ke6 7.Kc5+ Ke5 8.Sc4+ Ke6 9.De3+ L:e3#
Reziproke Batterien finden sich auch im erwähnten Bestseller (siehe Aufgabe B). Bei Nr. 30 ist es in logischem Gewand gelungen, einen Einschlag auf g5 als schwarze Verteidigung einzubauen, die nach Beugung entsprechend abgewertet wird. Etwas schade ist, dass La2 und Tb5 im Mattbild nicht gebraucht werden.
Erfrischend anders! Sie nimmt den Kritikern logischer Aufgaben, die diese oft als "trocken" bezeichnen, den Wind aus den Segeln.

3. Ehr. Erwähnung: Nr. 36
Hemmo Axt

  4. Ehr. Erwähnung: Nr. 9
Josef Kupper

 

1. Lob: Nr. 27
Gerald Ettl

s#9 (12+9) s#8 (8+11) s#5 (10+11)

3. Ehrende Erwähnung: Nr. 36 von Hemmo Axt
Die Kraft der weißen Dame stört gewaltig. Ohne die Masse auf e5 könnte sie sich unter Beschäftigung aus dem Staub machen. Sehr überraschend kommt, dass das Hindernis vom schwarzen König beseitigt werden muss und das mittels Tempogewinnführung der Dame nach a2(!), wo sie von hieraus doch wieder c2 deckt!
Das Nebenspiel, in dem der La7 leider erstmals mitspielen darf und in dem der König ebenfalls, aber beiläufig, auf e5 schlägt, hätte ich mir der Klarheit wegen kürzer gewünscht.
Probespiel: 1.Sc2+? d:c2 2.D:c2! 1.Da2? ist zu langsam.
Lösung: 1.Da1! (2.Sc2+ d:c2#; 1.- Lf5 2.Te4+ L:e4 3.Sc2+ d:c2#) 1.- Lg8 2.Da2!! (3.S:c4+ L:c4 4.S:d3+ K:d3 5.Db3+ L:b3#) Lh7 3.Tf3+ Kd4 4.D:c4+ K:e5 5.Df4+ Kd5 6.T:h3+ Le4 7.Th5+ Kd4 8.De5+ Ke3 9.Sc2+ d:c2# Nebenspiel: 2.- c3 3.Tf3+ Kd4 4.Sb5+ K:e5 5.S:d3 Ke4 6.T:f2+ h:g2! 7.Tf4+ K:d3 8.T:d2+ e:d2 9.Db3+ L:b3#
Ein komplexes, unkonventionelles Spiel der weißen Akteure mit überraschenden Wendungen.

4. Ehrende Erwahnung: Nr. 9 von Josef Kupper
Sehr subtil scheitert das Probespiel an der Öffnung der Diagonalen c4-g8 durch die beiden Spnnger Bei Weiß bedarf es präziser Vorbereitung um letztlich die Kraft seiner Dame los zu werden Nicht nur aus ästhetischen Gründen hatte ich den wBa3 weggelassen, da ohne ihn das Nebenspiel vorteilhaft auf 6 Züge gekürzt wird Stunde zudem der sBc2 auf a6, konnte der wTg1 auf g4 gestellt werden Die Verführung 1.Td4? (es hilft nur Le2!) wurde m.E. die Aufgabe nochmals aufwerten.
Probespiel: 1.Tg5? (2.Da6+ Lb6+ 3 Sd8+ T d8#) L:g5+! 2.Sd8+ L:d8 3.Se7+ L:e7+ 4.D:g8?, 1.- Le2? 2.Da4+ Lb5 3.Sd4+ B:d4 4.Dc4+ L:c4 (Motivinversion!) 5.Se7+ L:e7#
Lösung 1.Sb4+ Kb6 2 Sd3+ (zweckrein erspielter "Parkplatz", da die Verstellung e2-b5 unnötig ist siehe oben Da4+ usw) Kc6 3.Tg5! (4.Da6+ Lb6+ 5.Sd8+ T:d8#) L:g5+ 4.Sd8+ L:d8 (erst jetzt darf der S nach g6 überfuhrt werden) 5.Se5+ Kd6 6.Sg6+ Kc6 7.De4+! L:e4 8.Se7+ L:e7# Auch wenn die Konstruktion vielleicht nicht ganz ausgereizt ist, ist die Verknüpfung von logisch eingeleitetem Umnow mit vorzubereitender Kraftbeseitigung ansprechend genug, um ehrend erwähnt zu werden.

1. Lob: Nr. 27 von Gerald Ettl
Der Ausgangsstellung ist das Matt durch den Turm auf b4 wirklich nicht anzusehen! Mir gefallen der schöne Schlüssel und die stillen Zuge Etwas ungünstig ist, dass der hinderliche Bauer im Probespiel zwei Zuge hat, das Matt zu verhindern.
Probespiel: 1.T b4? (2.Sc6+ T:b4 3.Lg5+ h:g5#) Tb4! 2.Se6+ L:e6 3.Le5+ K:e5+ 4.c4 und c:b4!
Lösung: 1.Tc6! (2.S:e6+ L:e6 3.T:e6 ~ 4.Lg5+ h:g5#) T:c3 2.Tc4! (3.Sc6+ T:c4 4.Lg5+ h:g5#) Tb3 3.T b4! (3.Sc6+ T:b4 4.Lg5+ h:g5#) T:b4 4.S:e6+ L:e6 5.Le5+ K:e5# Nebenspiel: 1.- b:c3 2.S:e6+ L:e6 3.T:e6+ Tb5 4.a:b5 ~ 5 Lg5+ h:g5#.

2. Lob: Nr. 37
Michail Marandjuk
Iwan Soroka

  3. Lob: Nr. 2
Martin Minski

  4. Lob: nr. 21
Gunter Jordan
s#9 (6+10) s#6 (7+4) s#9 (9+4)

2. Lob: Nr. 37 von Michail Marandjuk und Iwan Soroka
Den Löser erfreuen mehrfache Feldräumungen (keine Bahnungen, wie sie der Autor angibt, wegen fehlender Feldüberschreitung) um den schwarzen Turm abzulenken. Einfach aber schön! Probespiel: 1.La2? (2.Dd2+ e:d2#) aber T:e2!
Lösung: 1.Lb4+! Kd4 2.Dc5+ Ke5 3.L:c6+ Ke6 (4.Ld5+? Ke5 5.L:g2? dauert zu lang) 4.Sg7+! T:g7 5.Ld5+ Ke5 6.Dd6+ Kd4 7.Lc5+ Kc3+ 8.La2! ~ 9.Dd2+ e:d2#.

  5. Lob: Nr. 6
Eugene Fomitschew
s#11 (6+3)
3. Lob: Nr. 2 von Martin Minski
Sehr klar dargestelltes selbstmattspezifisches "Berlin-Thema", wie es Johannes Quack in seinem lesenswerten Artikel formuliert: "Ein weißer Vorplan scheitet an einem störenden schwarzen Schachgebot. In einem Vorplan sorgt Weiß dafür, dass aus diesem Schachgebot ein Matt werden würde."
Probespiel: 1.Tb5+? a:b5+ Ka5; nicht 1.Sa5? patt; nicht 1.Dg1+!? h:g1D,T! 2.Sa5? D,Ta1+!
Lösung: 1.Td5+! Kc6 2.Td3+! (2.Td8+?/Td1+? Kc7!/Kc5!) Kc5 3.Dg1+ (D:h2? a5!) Kc6 (3.- h:g1D? 4.Sa5! und jetzt würde Da1 matt setzen!) 4.Dc5+! K:c5 5.Sa5 h1 ~ 6.Tb5+ a:b5#
Nebenspiel: 2.- Kc7 3.D:h2+ Kc6 4.Sa5+ Kc5 5.Tb5+ a:b5#.

4. Lob: Nr. 21 von Gunter Jordan
Um die Lücke im Mattnetz zu stopfen, wird der Springer nach g6 geführt und die Linie g8-d5 kann mittels Opfer geöffnet werden. Leichte, aber angenehme Kost.
Probespiel: 1.Dd3+? Td4 2.Dc4+ T:c4# aber 2.- Ke4! Lösung: 1.Sf2! Ke5 2.Sd3+ Kd5 3.Sf4+ Ke5 4.Sg6+! Kd5 5.Lh7! f:g6 6.Lg8+ Ke5 7.Te6+ Kd5 8.Dd3+ Td4 9.Dc4+ T:c4#.

  6. Lob: Nr. 10
Gunter Jordan
s#12 (11+5)
5. Lob: Nr. 6 von Eugene Fomitschew
Gekonnte Führungen von Läufer und Turm zum Block/Opfer. Eine ähnliche perikritische L-Führung findet sich bereits im FIDE-Album 74-76 (siehe C), aber mit dem schwarzen König am Brettrand und zweimaliger Verstellung durch einen weißen Turm. Meines Erach-tens erlaubt das Schema sogar eine Doppelsetzung der Idee.
Probespiel: 1.Lc5? Kf4 2.Ld6+ Kf5 3.Lf8 Kf4 4.Lh6+ Kf5 5.Tg3? patt, bevor 6.Tg6 möglich ist.
Lösung: 1.Lg1! Kf4 2.Lh2+ Kf5 3.Tg3! Kf4 4.Tgg8+! (4.Tg7?) Kf5 5.Lg1! Kf4 6.Le3+ Kf5 7.Lc5! Kf4 8.Ld6+ Kf5 9.Lf8! Kf4 10.Lh6+ Kf5 11.Tg6! f:g6#.

6. Lob: Nr. 10 Gunter Jordan
Logisch einwandfrei, aber nicht gerade auf die feine Art, wird der störende Turm auf a4 beseitigt. Probespiel: 1.T:b4+? T:b4!
Lösung: 1.Tc7! Ka6 2.Lb7+ Kb6 3.Lc6 Ka6 4.Lb5+ Kb6 5.L:a4 Ka6 6.Lb5+ Kb6 7.Lc6 Ka6 8.Lb7+ Kb6 9.Ld5 Ka6 10.Ta7+ Kb6 11.T:4+ L:b4+ 12.c5+ L:c5#.

A) (siehe 3. Preis)
Reinhardt Fiebig
Rainer Staudte

Probleemblad 2003

  B) (siehe 2. Ehr. Erw.)
Roland Baier

Bayern - Schweiz 1985
2. Platz
  C) (siehe 5. Lob)
Manfred Zucker

Schach 1975
1. Preis
s#12 (4+3) s#3 (13+11) s#13 (6+5)

A) 1.Df4+! Kd5 2.Td6+ Kc5 3.Dd4+ Kb5 4.Tb1+ Ka5 5.Dc3+ Ka4 6.Tb4+ Ka5 7.Th4+ Kb5 8.Dc4+ Ka5 9.Dc7+ Kb5 10.Tb6+ Ka5 11.Th6+ Kb5 12.De5+ D:e5#. Ebenfalls schön, aber ohne Probespiel und ohne Rückkehr der Türme zum Block. — B) 1.Kc6! (2.S:g6+ Ke6 3.S:d4+ S:d4#) 1.- T:b3 2.Df4+ Kf6 3.Kd5+ Tb6#; 1.- L:b3 2.f4+ K:e4 3.Kb6+ Ld5#. — C) 1.Le3! Ka3 2.Lc1+ Ka4 3.Lh6 Ka3 4.Lf8+ Ka4 5.Te7 Ka3 6.Td7+ Ka4 7.Td6 Ka3 8.Td3+ Ka4 9.Lh6 Ka3 10.Lc1+ Ka4 11.Le3 Ka3 12.Lc5+ Ka4 13.Db5+ a:b5#.

Meine Anmerkungen sollen deutlich machen, wie viel Freude mir die Aufgaben bereitet haben. Nochmals besten Dank an alle Beteiligten!

Dieter Werner
Gy, November 2008 .


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