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Heft 238, August 2009  

 


Werner Keym: Ein Schachproblem für Geiger und Klarinettisten?
Aktuelle Meldungen
Piotr Murdzia nicht zu schlagen
Siegfried Hornecker: Interview mit Piotr Murdzia
Olaf Jenkner: Gustav – was er wirklich kann
Entscheid im gedenkturnier zu Ehren von Klaus-Peter Zuncke
Erik Zierke: Ein Beitrag zur Analyse logischer Strukturen
Fritz Hoffmann: Drei im Schachquadrat
Siegfried Hornecker: Der einzige Zug setzt matt/patt
Urdrucke
Lösungen der Urdrucke aus heft 235, Februar 2009
Bemetkungen und Betrichtigungen

Turnierberichte
Buchbesprechungen

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Ein Schachproblem für Geiger und Klarinettisten?
von Werner Keym, Meisenheim
  Werner Keym
Urdruck
Hans Gruber gewidmet
#2 (3+1)
Warum muss der wK auf b1 stehen?
An einem Tisch im Opern-Cafe sitzen zwei Klarinettisten über ein Taschen-Schachbrett gebeugt und grübeln. Die Mattführung (l.TgS KM 2.Th6#) haben sie schnell gefunden. Aber warum kann der weiße König nicht woanders stehen? Keinem fällt etwas ein. Da setzt sich ein Geiger zu ihnen und erkundigt sich nach der Stellung und der Forderung. Gereizt antwortet der Eine:, J)as sieht man doch: auf bl, a6, c8, h5. Matt in zwo! Der König darf nur auf bl stehen! Aber warum?' Der Geiger denkt über diese Antwort nach, blickt nochmals auf das Brett und sagt: "Ich hab's, das ist ganz leicht!" Wirklich?
Lösung (Buchstaben und Ziffern jeweils um l nach vorn, also z. B. f=e und 2=1): Fjo Hfjhfs ibu ft ijfs mfjdiu. Ejf wjfs Gjhvsfo tufifo bvg C 2, B 7, D 9,1 6. Ebt fshjcu CBDI voe tfjo Hfcvsutkbis 2796. Hfjhfo hbc ft tdipo jo Cbdit Fqpdif, (sjdiujhf) Lmbsjofuufo bcfs opdi ojdiu. Voe Pqfso ibu Cbdi bvdi ojdiu Ipnqpojfsu. Ebifs wfsejfofo ejf Lmbsjofuujtufo fuxbt Obditjdiu.
Für Hinweise auf Vorgänger per E-Mail bin ich dankbar.
Buchbesprechungen
  Harald Grubert
PAS-Läufer 2009
Reinhardt Fiebig gewidmet
h# 2.1;1... (6+8)
1.c3 Kh2 2.c2 Kh1
3.c1S Kh2 4.Sd3 Kh1
5.S:f4 g:f4 6.Ke4 g3
7.d4 Lg2# & 1.Ke4 Kh2
2.d4 Kh1 3.d3 e:d3+
4.c:d3 Le2 5.f1D+ Kh2
6.Da1 L:g4 7.Dd4 Lf3#.
Harald Grubert: PAS-Läufer. Stadtroda 2009 (18. April), Selbstverlag des Autors. 20 Seiten, geklammert. Zu beziehen über unseren Büchenvart Ralf Krätschmer (Kontaktdaten siehe hintere Umschlagseite) für 2 (zwei!) Euro + Versandkosten. - Es handelt sich hier um eine Sammlung von 78 Hilfsmattmehrzügern mit einem weißen Läufer, der noch auf seinem Platz in der Partieausgangsstellung (PAS) steht und nachweislich noch nicht gezogen hat, da die beiden Bauern rechts und links von ihm ebenfalls noch auf ihren Ursprungsfeldern stehen. Neben dem Läufer und den Königen befinden sich nur Bauern auf dem Brett - mit einer Ausnahme, dem berühmten Hegermannschen Längenrekord. Das kleine Heftchen lädt regelrecht zum Lesen oder Schmökern ein, da es einerseits überaus handlich ist (man es also überall für kleine Zwischenzeiten dabeihaben kann!) und sich andererseits direkt neben jeder Aufgabe die Lösung nebst einem kurzen erläuternden Kommentar befindet (was ein leichtes Studium der Probleme "vom Diagramm" ermöglicht).
Unter den Aufgaben befinden sich auch etwa 20 Urdrucke. Ein guter erster Eindruck von den Möglichkeiten dieses streng abgegrenzten Spezialgebietes lässt sich sicherlich anhand des im Diagramm abgebildeten Widmungsproblems gewinnen. Im Heft ist es mit folgendem Begleittext versehen: "Meistens bekommt der Läufer höchstens ein Schlupfloch, hier bewegt er sich nach beiden Seiten."
Außer von H. Grubert selbst gibt es noch von zwei weiteren Verfassern Originale. So ahnt man, dass der Enthusiasmus des Autors wahrscheinlich ansteckend ist, was jedoch nicht davon abhalten sollte, diese empfehlenswerte und selten günstige Broschüre zu bestellen. (Eckart Kummer)

Rudi Albrecht: Grundlagen und Grundstrukturen des logischen Schachproblems. 2. überarbeitete Auflage Juni 2009, Edition Octopus (Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat - Münster), Softcover, 149 Seiten, 12.50 EUR, ISBN 978-3-86582-479-0, zu beziehen über den Bücherwart der Schwalbe (Inland versandkostenfrei, Ausland zzgl. Porto). - Dieses Buch, das die Möglichkeiten der Plangliederung und ihrer Darstellung im neudeutschen ("logischen") Schachproblem aufzeigt, fand so freundliche Aufnahme, dass schon jetzt eine 2. Auflage vonnöten wurde - wie erfreulich! In der 2. Auflage wurde ein (15 Seiten umfassendes) Kapitel über Tempomanöver hinzugefügt, kleinere Korrekturen und Verschönerungen wurden vorgenommen. (Hans Gruber)

Andreas Thoma: Perlenfischer. 715 Schachprobleme, veröffentlicht in den Jahren 1973-2009. Groß Rönnau 2009, Eigenverlag des Autors, Ganzleinen mit schwarzer Titelprägung auf dem Vorderdeckel, 330 Seiten, 27,- EUR zzgl. 3,- EUR Versandkosten (Inland), zu beziehen über den Autor, Dorfstraße 21, 23795 Groß Rönnau, (e-mail). - Einer der fixen Termine im Kalender der "Kieler Problemrunde" ist das jährliche Treffen im "Farmhaus" bei Jutta und Andreas Thoma. Immer Anfang Juni finden sich Problemisten aus ganz Norddeutschland zum Grillen, Klönen und Fachsimpeln ein. In diesem Jahr hatte AT eine besondere Überraschung für seine Gäste parat: Die ersten 20 Exemplare seiner Sammlung eigener Schachaufgaben lagen gerade rechtzeitig vor und fanden freudige Abnehmer.
Während des Treffens blieb kaum Zeit, einen genaueren Blick auf das Werk zu werfen, doch einige Zeit später war endlich Gelegenheit. Schon der erste Augenschein macht Lust auf mehr: Die gediegene äußere Aufmachung - zartgrünes Leinen umschließt die solide gebundenen Seiten - setzt sich innen mit den vom Autor selbst in LaTex gesetzten Diagrammen nahtlos fort.
Der erste Teil des Buches besteht aus 14 Kapiteln ganz unterschiedlichen Umfangs und Inhalts: Neben der Einteilung in die klassischen Kategorien der orthodoxen Mattaufgaben (Kap. 1), Studien (8), Hilfsmatts (4) und Selbstmatts (5) hat der Autor dabei auch solche Kapitel gesetzt, die bestimmten Bedingungen (Doppellängstzüger (9)), Themen (Allumwandlung (13)), Zügen (Rochade (3)) oder Figuren (Bauern (10)) gewidmet sind. Diese ungewöhnliche Aufteilung und der vom Autor bewußt eingesetzte abwechslungsreiche Seitenspiegel erzeugen ein hohes Lesevergnügen und laden dazu ein, immer wieder einmal das Buch zur Hand zu nehmen, um darin zu Schmökern. Dazu trägt nicht zuletzt auch der den einzelnen Abschnitten vorangestellte Text bei, der zum Einen die auftretenden Märchenbedingungen und -figuren erklärt. Daneben erzählt der Autor aber auch allerlei Interessantes zur Entstehungsgeschichte einzelner Aufgaben, wobei sein typischer Humor immer wieder zwischen den Zeilen zu Tage tritt.
Der zweite Teil des Buches (Kapitel 15-20) enthält neben den Lösungen u.a. Themendefmtionen, ein Quellenregister und nicht zuletzt ein umfangreiches Märchenlexikon. Dieses umfaßt dabei nicht nur die in dem Buch vorkommenden Bedingungen und Steine und ist daher ideal als Nachschlagewerk geeignet.
Fazit: Ein ebenso ungewöhnliches wie lesenswertes Buch, das nicht nur für Freunde des Märchenschachs unbedingt empfehlenswert ist. Und noch ein Tip für Sammler: Die erste Auflage von 50 Exemplaren wird sicher schnell vergriffen sein.
Zum Schluß vier Beispiele die einen Eindruck von der Vielfalt geben sollen, die Andreas Thoma mit seinem problemschachlichen Werk abdeckt.

34 Andreas Thoma   217 Andreas Thoma   632 Andreas Thoma   711 Andreas Thoma
#3 (6+5) h#2
2 Lösungen
(4+4) h#10
Doppel-
längstzüger
(5+9 ser-r#5 (5+2)

34: Eine in Schach in Schleswig-Holstein erschienene Aufgabe darf unter den Beispielen natürlich nicht fehlen. Seit es dort die Problemecke gibt, hat AT durch seine Aufgaben zum Gelingen beigetragen und ist inzwischen selbst als Mitarbeiter im Hintergrund tätig. 1.Ke2! K:g4 2.Kf2+ Kh4/Kh3 3.Kh2/ Dh5#, 1.K:e4/d4/d:c4/c3 2.Lg3/Kf2/Dd7/Dd3. - 217: Ähnliches gilt für die von Hanspeter Suwe herausgegebene Zeitschrift König & Turm. Nicht von ungefähr ist das Kapitel über Rochade-Aufgaben das umfangreichste des ersten Teils. 1.Le2 Lg6 2.D:e7 Th8#; 1.Lf? 0-0 2.De8 Sg6#. - 632: Eine der Lieblingsbedingungen von Andreas Thoma ist der Längstzüger, dessen Potential er immer wieder auszuschöpfen weiß. Man beachte im hier gezeigten Beispiel wie die Reihenfolge der schwarzen Züge scheinbar mühelos determiniert wird. 1.g5+ K:g5 2.c5 Lb8 3.h5 Lh2 4.e5 L:e5+ 5.f6+ Kh6 6.b5 La8 7.a5 Lh1 8.d5 L:d5 9.h:g4 La1 10.g:h3 L:f6#. - 711: Das Thema Allumwandlung hat AT immer wieder beschäftigt. Um sie als Miniatur im Serienzug-Reflexmatt darzustellen, hat es Jahre gebraucht. Heraus kam eine der Perlen, die die Namensgebung des Buches erklären. 1.e8=S 2.f8=T 3.Tf2 4.a8=L 5.Lg2 d1=D#.
Wer nach diesen Beispielen Lust auf mehr hat und nicht auf das Buch warten will, sollte sich im Urdruckteil die Nr. 14154 und 14173 anschauen, es lohnt sich! (VoGue)


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