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Heft 260, April 2013  

 


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Der schwarze Inder

von Martin Minski, Berlin

Herbert Grasemann definiert in Eines Reverends Einfall, der Geschichte machte 1981 den Inder als "die kritisch eingeleitete zeitweilige Absperrung eines weißen Langschrittlers von seinem Wirkungsfeld." Er fügt hinzu: "Und da es sich [...] um die freiwillige Preisgabe von Wirkungskraft handelt, ist es klar, dass sich ein solches Strategem im orthodoxen Mattproblem nur durch Patt, dieses herrliche Paradoxon in unserem Spiel, motivieren lässt - genauso übrigens wie die Unterverwandlung eines Bauern in Turm oder Läufer (mit Verzicht auf die überschüssige Damenkraft)."

Der Inder ist eine Schnittpunktkombination wie beispielsweise der Nowotny, bei dem in der Regel zwei schwarze Langschrittler unterschiedlicher Gangart durch einen weißen Opferstein verstellt werden. Möglich ist aber auch die Farbvertauschung: Ein Nowotny, bei dem die Verstellung zweier weißer Langschrittler durch einen schwarzen Opferstein erfolgt. Praktisch ist jedes logische Manöver wie Kling, Plachutta, Grimshaw usw. mit schwarzem oder mit weißem Anstrich der verstellten Figuren darstellbar. Es war naheliegend, die indische Kombination auf die schwarzen Steine übertragen zu wollen. Doch hier stießen die Komponisten auf ein inhaltliches Problem: Wieso soll die schwarze Partei, die in orthodoxen Aufgaben das Matt des eigenen Königs verhindern möchte, die Wirkungskraft ihrer Figuren einschränken, um ein Patt des weißen Königs zu verhindern? Die Komponisten fingen an zu experimentieren. Es gab mehrere interessante Versuche, orthodoxe Mattaufgaben mit schwarzem Inder zu kreieren. Alle Bemühungen scheiterten an diesem nicht aufzulösenden inhaltlichen Widerspruch. Es entstanden Probleme, bei denen die schwarzen Steine zwar eine Zugfolge ausführten, die der indischen Kombination ähnelte, jedoch wurden sie dazu gezwungen und verstellten sich nicht freiwillig. So wurde der schwarze Inder für eine gewisse Zeit zum Mysterium.

Nr. 1
Mikhail Gershinsky

Ideal-Mate Review 2001

Ehrende Erwähnung

wKf7, wSg4, sKf4, sTg8, sLa8

h#5 (2+3)

Heute wissen wir, dass der schwarze Inder sehr einfach in heterodoxen Schachproblemen darzustellen ist. Dazu das kleine Anschauungsbeispiel Nr. 1 aus der Hilfsmattabteilung, das ich dem FIDE-Album 2001-2003 entnommen habe. Lösungen: 1.Lh1! Se5 2.Tg1! Kf6 3.Kg3 Kg5 4.Kh2+ Kh4 5.Tg2 Sf3# und 1.Lg2! Se3 2.Tg4 Kf8 3.Kg5 Kg7 4.Kh4+ Kh6 5.Lh3 Sf5#.

Wir erkennen zwei schwarze Hilfsmatt-Inder, schwarze und weiße Tempozüge, Fernblock auf h1 und Echo-Idealmatts. Ein echtes Fundstück mit optimaler Ökonomie und Harmonie. Die freiwillige Preisgabe von Wirkungskraft wird hier nicht durch Patt motiviert, sondern ist viel simpler gestrickt. Der weiße König muss die g-Linie ohne illegales Selbstschach passieren. Deshalb flüchtet der schwarze Turm vorübergehend in den Schatten seines Königs. Laut obiger Definition handelt es sich zweifelsohne um eine indische Kombination, doch der Motivwechsel ist der Haken an der Sache. Das paradoxe Element der Pattvermeidung, wodurch der Urinder so interessant und berühmt wurde, fehlt. An diesem Dilemma leiden die meisten Beispiele aus dem Märchenschach. Bei dieser Aufgabe kommt hinzu, dass der Turm auch deshalb nach g2 bzw. nach g4 zieht, um als Blockstein zu fungieren. Also geht es hier in erster Linie um die richtige Zugreihenfolge.

Anfang der 1930er Jahre setzte sich eine engagierte Gruppe von Schwalbe-Mitgliedern zusammen mit dem ehrgeizigen Ziel, den schwarzen Inder orthodox mit dem paradoxen Pattvermeidungsmotiv darzustellen. Die Gruppe bestand u. a. aus Dr. Karl Fabel, Hans Klüver, Dr. Ado Kraemer, Franz Palatz und Fritz Schetelich. Man fand schnell heraus, dass der orthodoxe schwarze Inder nur als Remisstudie denkbar ist. Dort ist es nämlich sehr wohl möglich, dass im Verführungsspiel eine weiße Pattidee durch einen schwarzen Inder vereitelt wird.

Im November 1932 publiziert Hans Klüver seinen legendären Aufsatz "Der schwarze Loveday" in Die Schwalbe und verkündet euphorisch: "Der Vogel ist abgeschossen! Worum sich viele Problemfreunde seit Jahren vergeblich bemüht haben, ja was von mancher Seite für praktisch unmöglich gehalten wurde, hat greifbare Gestalt angenommen: Die Übertragung des indischen Manövers ins Schwarze ist einwandfrei gelungen. F. Schetelich ist der glückliche Verfasser des ersten Beispiels."

Nr. 2
Fritz Schetelich

Hamburgischer
Correspondent
8. Mai 1932

wKh3, wBa4b5d6e7f4f6g2g5, sKe8, sTh5, sLg8, sBa6a7d7f5f7g3g6h4

Remis (9+11)

In seiner Nr. 2 scheitert 1.a5? a:b5 2.a6 an 2.- T:g5. Nach dem Pattversuch 1.b:a6? folgt der schwarze Inder Th8! 2.a5 Lh7! 3.K:h4 Lg8+ mit leichtem Gewinn. Die Pattidee wird nur durch 1.b6! a:b6 2.a5 b5 realisiert.

Klüver kommentiert dieses Pionierstück des Chemnitzers Fritz Schetelich wie folgt: "Die Aufgabe ist geradezu ein klassisches Beispiel für streng thematische Ausarbeitung. Da ist kein Angriff auf den kritischen Stein, kein weißer Opferstein im Schnittpunkt. Die Übertragung des indischen Gedankens auf Schwarz ist mit einer Prägnanz und Akuratesse gelungen, die auch von den späteren Beispielen nicht übertroffen ist. Zwar wirkt das Stück durch seine thematische Strenge leicht schemenhaft und mancher mag eine gewisse Farbigkeit vermissen. Hierzu nur ein Wort Mahlers: Ich kenne keine Harmonie, ich kenne nur Kontrapunkt. Die Anwendung dieses Satzes auf das Schach ist nahe liegend."
Hervorzuheben ist der stille Schlüssel gegenüber dem scheinbar gleichwertigen Schlag in der thematischen Verführung.

Klüver fährt fort: "Die weiteren Aufgaben zeichnen sich vor allem durch ihre Ökonomie aus und bedeuten dadurch eine beachtliche Weiterentwicklung des Vorwurfs. Hier hat sich vor allem Dr. A. Kraemer Verdienste erworben, dessen starkes Konstruktionstalent und reife Meisterschaft in kurzer Zeit eine Reihe feiner und formvollendeter Studien hervorbrachte. Dr. Kraemer hielt sich im Frühjahr 1932 für einige Zeit in Hamburg auf und erfuhr von der Idee und von Schetelichs Darstellung gelegentlich eines Schachabends, zu dem Anfang Mai F. Palatz eingeladen hatte."
Leider wurden die meisten seiner Studienentwürfe mit schwarzem Inder später gekocht.

Nr. 3
Ado Kraemer

Deutsche Schachblätter
15. Juni 1932

wKa8, wLb8, wBb6d5f6, sKa6, sTc8, sSh4, sBd6

Remis (5+4)

Eine glückliche Ausnahme bildet Nr. 3 "in verblüffend sparsamer Prägung" (Klüver, Die Schwalbe, August 1932). Es scheint gleichgültig zu sein, welcher weiße Bauer den nahe liegenden Pattlauf eröffnet. Doch nach 1.b7? folgt die indische Überraschung 1.- Th8! 2.f7 Sg6 3.f8D S:f8 4.L:d6 Sd7+ 5.b8S+ T:b8+ 6.L:b8 Sb6# mit feinem Blockmatt. Deshalb besser 1.f7! Sg6 2.f8D! T:f8/S:f8 3.b7 remis.

Am 26. Juni 1932 publizierte Hans Klüver in der Tageszeitung Hamburgischer Correspondent Miniaturfassung Nr. 3A: Ka8 Lb8 Bb6 Bd5 - Ka6 Tc8 Sg2, remis mit der indischen Verführung: 1.b7? Tg8! 2.d6 Sf4 3.d7 Se6 4.d8D S:d8 5.Lc7 S:b7+ und Schwarz gewinnt. Die beabsichtigte Lösung lautet: 1.d6 Tg8 2.d7 Sf4 3.d8D T:d8 4.b7 remis, doch nach 1.d6 kann beispielsweise folgen 1.- Td8 2.d7 Se3 3.b7 Kb5! 4.Ka7 T:d7 und der schwarze Springer bricht in das weiße Lager über d5 und b6 ein. Also ist Nr. 3A inkorrekt, was 2003 auch von Jarl Ulrichsen nachgewiesen wurde.

Nr. 3B
Henri Rinck

La Vanguardia
19. August 1932

wKa8, wLb8, wBa7b6d6, sKa5, sTc8, sSh6

Schwarz am Zug, (5+3)
Remis

Die Kunde vom orthodoxen schwarzen Inder als Remisstudie wurde auch im Nachbarland mit Interesse verfolgt. Nur ein paar Wochen später publizierte der große französische Studienkomponist Henri Rinck (1870-1942) seine Fassung Nr. 3B.
Nach 1.- K:b6 ist das Patt nicht mehr zu vermeiden: 2.d7 Th8 3.d8D+ T:d8. Interessanter wird es nach 1.- Ka6!, denn nun muss Weiß entscheiden, welchen Bauern er zuerst zieht. Nach 2.b7? schnappt die indische Falle wieder zu, diesmal - wie bei Klüvers Nr.3A - durch den Auswahlkritikus 2.- Tg8! (nicht 2.- Tf8? 3.d7 Sf7 4.d8D S:d8 5.Ld6! S:b7+ 6.L:f8 =; 2.- Th8? 3.d7 Sf7 4.d8D S:d8 5.Le5! S:b7+ 6.L:h8 =) nebst 3.d7 Sf7 4.d8D S:d8 5.Lf4 S:b7+ und Schwarz gewinnt, am schnellsten so: 6.Lb8 Sd8 7.Le5 Se6+ 8.Lb8 Sc7#. Weiß entsorgt besser zuerst den d-Bauern, so dass Schwarz keine Zeit für den Inder besitzt 2.d7! Tg8 3.d8D,T,S [3.b7? Sf7!] T:d8 4.b7 remis. Das Weglassen des an sich überflüssigen Bauern a7 würde die Lösung durch 4.- Kb5 5.Ka7 Kc6 6.Lf4! noch verlängern.

Nr. 4
Godehard Murkisch

Nr. 261 in "Ado Kraemer"
von Ralf Binnewirtz 2012v

wKc8, wBa6c6d7g2, sKa8, sLe6f6, sSh2, sBa7b6d5d6e5g5

Remis (5+10)

In Nr. 4 präsentiert Godehard Murkisch die nunmehr korrekte Neubearbeitung eines schwarzen Inders "in zwei Etappen" - eine interessante Idee, die Ado Kraemer bereits 1932 hatte, doch auch dieses Original erwies sich später als inkorrekt.
Nach 1.c7? wird der Marsch des g-Bauern entscheidend verlangsamt Lg4! (1.- Sg4 2.g3 Sh6 3.g4 =) 2.g3 Lh3! 3.g4 S:g4 und die indische Batterie ist feuerbereit. Es folgt 4.d8D Sh6+/Se3+ 5.Dd7 Lf5! 6.D:f5 S:f5 7.Kd7 Se7 mit Deckung von c8. Die Lösung enthält nach 1.g4! Sf3 2.c7 Lf7 die überraschende Umwandlungspointe 3.d8T! Le6+ 4.Td7 und Schwarz kann sich nur noch mit einem Patt begnügen. Bemerkenswert sind hierbei die von G. Murkisch differenzierten Widerlegungen nach den falschen weißen Umwandlungen 3.d8D? Le6+ 4.Dd7 Sd4! 5.D:e6 S:e6 6.Kd7 S:c7 bzw. 3.d8S? Le8! und das frisch geborene Fohlen muss schutzlos umherirren. Sollte aber nach 1.g4! Sf3 2.c7 der schwarze Läufer nicht nach f7, sondern nach g8 ziehen in der naiven Erwartung einer Damenumwandlung, würde Weiß sogar den Spieß umdrehen und nach 2.- Lg8?? 3.d8S! nebst 4.Kd7 den eingeklemmten schwarzen König durch Bauernumwandlung auf c8 matt setzen.

Hans Klüver in Die Schwalbe, November 1932: "In allen bisher existierenden schwarzen Indern trifft das Thema in der ideengemäßen Verführung auf, wird also nur virtuell dargestellt. Schwarz kombiniert indisch, wenn Weiß die falsche Spielweise wählt. Die Darstellung im Lösungsspiel (indisch trotz richtiger Spielweise von Weiß) erscheint zunächst unmöglich. Der schwarze Loveday müsste dann lösungsverlängernd wirken und es ist nicht recht ersichtlich, wie das kombinatorisch bewirkt werden könnte. Und doch geht es!" In einem Nachtrag seines Artikels, der im Juli 1933 in Die Schwalbe erschien, heißt es dann endlich: "Die Darstellung des schwarzen Loveday in reeller Form ist auf verblüffend einfache Weise in Angriff genommen worden." Klüver präsentiert die instruktive Nr. 5 von Dr. Karl Fabel, "die schon durch ihren sparsamen Aufbau besticht."

Nr. 5
Karl Fabel

Hamburgischer
Correspondent
9. April 1933

wKh8, wSg8, wBd6g7h7, sKa8, sTf8, sLf6

Remis (5+3)

Nach 1.d7 kann Weiß den indischen Aufbau 1.- Tb8! 2.d8D L:d8 nicht verhindern. Von den anschließenden drei Auswahlzügen des Springers reicht nur 3.Sh6! nebst 3.- Le7+ 4.Sg8 zum Remis. Natürlich nicht 3.Sf6? L:f6# oder 3.Se7? L:e7+ 4.g8D Lf6#.

Nr. 6A
Wieland Bruch
Martin Minski

Schema

wKd6, wDf1, wTe1, wBe2f3h3h4, sKb8, sTh7, sLb2d7, sBb6b7c6e3f4h5

Remis (7+10)

Nr. 6 stellt den Versuch dar, den schwarzen Inder im reellen Lösungsspiel mit weißem Konterspiel zu verknüpfen. Betrachten wir zunächst das Grundschema Nr. 6A. Weiß scheint mit der Dame gegen Turm und Läufer bequeme Kompensation zu besitzen, doch Schwarz droht mächtig 1.- Lf5 nebst 2.- Td7#. Deshalb werden die letzten beiden beweglichen weißen Offiziere auf der a-Linie entsorgt: 1.Ta1! Lf5 2.Ta8+! K:a8 3.Da1+! und Schwarz kann das Patt nicht mehr verhindern. Es ist erstaunlich, wie gravierend sich die Lage ändert, wenn man auf c2 einen weißen Bauern hinzufügt.

Nr. 6
Wieland Bruch
Martin Minski

Jan Timman-60-JT 2012

Spezialpreis

wKd6, wDf1, wTe1, wBc2e2f3h3h4, sKb8, sTh7, sLb2d7, sBb6b7c6e3f4h5

Remis (8+10)

Damit erhalten wir die Ausgangsstellung von Studie Nr. 6. Naheliegend wäre, diesen Bauern sofort zu opfern und anschließend wieder Turm und Dame mittels Abflussrohr (die a-Linie) wegzuspülen. Also 1.c3! L:c3 und wie in Nr. 6A der Versuch: 2.Ta1? Lf5 [oder 2.- Lc8] 3.Ta8+ K:a8 4.Da1+!? Doch nun besitzt Schwarz die Ersatzverteidigung 4.- La5! und gewinnt. Deshalb zunächst der Zwischenzug 2.Tc1!, um den Läufer von a5 abzulenken. Schwarz nutzt dieses Tempogeschenk, um sich indisch zu verstellen: 2.- Lh8! 3.Ta1 Tg7! Mit Schaffung des Fluchtfeldes e5 für den weißen König ist die drohende Pattidee nachhaltig abgewendet, und es kommt zum erwähnten Lösungsknick. So kann Weiß nicht mehr so lauthals auf Patt spielen, sondern schlägt deutlich leisere Töne an mit der überraschenden Bahnung: 4.Dh1!!, denn der weiße Turm muss auf die g-Linie: 4.- Lc8 5.Tg1! Td7+ 6.Ke6 Th7+ 7.Kd6 Lf6 (droht 8.- Te7 9.- Te6#) 8.Tg8! Te7 9.T:c8+! K:c8 (droht 10.- Kd8/Te8 und 11.- Le5#) 10.Db1! Kd8 11.D:b6+ remis.

Nr. 7
Wieland Bruch
Martin Minski
Gunter Sonntag

Tel Aviv 100 JT 2009

2. Preis

wKb8, wDa8, wTh4, wLb7, wSh3, wBa2a7h5h6, sKd8, sTb5, sSh1, sBc2d5e5f6h7

Remis (9+8)

Studie Nr. 7 zeigt zwei schwarze Inder mit verschieden langen kritischen Zügen nebst Springer- bzw. Läuferunterverwandlung in Kombination mit dem Bannij-Thema.
Nach der kurzen Einleitung 1.Tc4! d:c4, die nötig ist, um die c-Linie zu verstopfen, gibt es die thematischen Verführungen: 2.Sf4? (A) e:f4 3.a4 Tb1!! (a) 4.a5 c1L! 5.a6 Lb2 6.Le4 Le5# sowie 2.Sg5? (B) f:g5 3.a4 Tb2!! (b) 4.a5 c1S! 5.a6 Sb3 6.Le4 Sc5+ 7.Db7 S:a6+ 8.Ka8 Sc7+ 9.Kb8 T:b7+ 10.K:b7 Sf2! 11.L:h7 Sg4 12.Lg8 S:h6 13.L:c4 e4! und Schwarz gewinnt dank der starken Freibauern. In der Lösung erfolgt zunächst der neutrale Zug 2.a4!, so dass sich der schwarze Turm vor dem weißen Springeropfer für einen der beiden Inder entscheiden muss. Also 2.- Tb2 (b) 3.Sf4! (A) e:f4 4.a5 c1S 5.a6 Sb3 6.Le4! Sc5+ 7.Db7 S:a6+ 8.Ka8 Sc7+ 9.Kb8 T:b7+ 10.K:b7 Sf2 11.L:h7 Sg4 12.Lg8 (oder 12.Ld3) S:h6 13.L:c4 f3 14.Kc6 und wegen der schwachen Doppelbauern auf der f-Linie kann Schwarz nicht mehr gewinnen. Andernfalls endet 2.- Tb1 (a) 3.Sg5! (B) f:g5 4.a5 c1L 5.a6 im Patt, da hier das Läufermattfeld e5 vom eigenen schwarzen Bauern blockiert bleibt. Hier bestimmen also zwei schwarze Inder das weiße Lösungsspiel.

Bisher gibt es nur wenige gehaltvolle Studien mit schwarzem Inder. Man darf gespannt sein, was die Zukunft hier noch an Neuerungen bereithält.


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