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Heft 222, Dezember 2006  

 


Entscheid im 192. Thematurnier
Entscheid im 195. Thematurnier der Schwalbe
Endgültiger Entscheid im Zweizüger-Informalturnier 2003
Christian Morgenstern: Vis-á-vis
Odette Vollenweider: Gleiche Inhalte in Zwei- und Dreizügern (I)
Werner Keym: Vier reelle Rochaden im Mattproblem,
Endspiel und Wenigsteiner
Werner Keym: Zum Vallado-Task (2. Ergänzung) und zum Keym-Task
Aktuelle Meldungen
Ausschreibungen zur deutschen Lösemeisterschaft 2007
Ankündigung des 17. Treffen sächsischer Problemschachfreunde
Schwalbe-Treffen 2006 in Meerane + Fotos
Urdrucke
Lösungen aus Heft 219, Juni 2006
Bemerkungen und Berichtigungen

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Gleiche Inhalte in Zwei- und Dreizügern (I)
von Odette Vollenweider, Zürich

Wie etliche Länder in Westeuropa ist auch die Schweiz seit mehreren Jahren von einem Schachspalten-Sterben in Tageszeitungen betroffen. Die Neue Zürcher Zeitung hingegen – obschon auch sie sich der gegenwärtig schwierigen Situation für die Tagespresse stellen muss – scheint glücklicherweise das Schach als einen Kulturzweig anzusehen, dem sie weiterhin Raum gewähren will. Als ich nebst meiner regulären Problem-Spalte den zweiten Kunstschachkurs in der N. Z. Z. machen konnte, wollte ich von Zwei- zu Dreizügern übergehen, indem ich unter anderem ein schon bekanntes Thema in dreizügiger Gestaltung zeigte. Da kam mir die Idee, es könnte vielleicht reizvoll sein, in einem Artikel von einigen Konzepten sowohl zwei- wie dreizügige Darstellungen zu zeigen. Ich habe Themen von klassischem Zuschnitt ausgewählt, solche jedoch, die bis in unsere Zeit hinein Komponisten inspirieren, wodurch stets auch neue interessante Formen, Facetten, Häufungen und Kombinationen mit anderen Ideen entstehen. (Stellt man die Probleme auf, deren Inhalt einen besonders anspricht, treten Entwicklung, Kreativität und Feinheiten in denselben noch klarer hervor.) Den Beginn machen

Bildhafte geometrische Problemthemen

1 Andrej Lobussow
Emil Klemanic
Neue Zürcher Zeitung 2002/03
1. Preis
2. Alexander Kusowkow
Seider-MT 1992
1. Ehr. Erwähnung
3. Zoran Gavrilovski
The Problemist 1993
4. Preis

#2 (11+10) #3 (11+8) #2 (8+10)

Ein Turmkreuz, das klingt fürs Erste nicht sehr spannend, sehen wir aber, was ein meisterlicher Komponist daraus macht, indem er dieser Idee frisches Blut einflößt Nr. 1: 1.Sd3? droht: 2.Sc5#, 1.– Dd4 2.Te5#, 1.– Lf8 2.Td6#, 1.– L:e3 2.Tf4#, 1.– Sb3 2.T:g3#, 1.– L:d3 2.e:d3#, 1.– S:f3 2.D:f3#, aber 1.– Dc3! 1.Sf5! [2.Sd6#] 1.–De5 2.Td4#, 1.– Lf8 2.Tc5#, 1.– Lf4 2.Te3#, 1.– Sc4 2.T:f2#, 1.– S:f3 2.D:f3#. Kommentar des Preisrichters: „Ein großartiges Problem mit zwei Turmkreuzen, die je zur Hälfte in der Verführung und der Lösung gebildet werden!" (Piet le Grand).

Das gleiche Thema nun im Dreizüger, Nr. 2. Hier steht das weiße Turmkreuz nicht im Mittelpunkt, aber dessen Abzugschachs im 2. Zug der Abspiele tragen bei zu einheitlicher Gestaltung einer anspruchsvollen Idee, der vierfachen schwarzen Voraus-Selbstverstellung, je zweimal von sTa5 und sTd7, die sich simultan mit der Verteidigung ergibt! 1.Tf2! [2.Tf5+ Le5+! 3.Tf:e5#] 1.– c5 2.Td4++ Ke6 3.Lh3#, 1.– Sd6 2.Te5++ Kc4 3.Lf1#, 1.– Le5+ 2.Tef4+! Ke6 3.Sg5#, 1.– Ld4 2.Te3+ Kc4 3.Sd2#. (Im Dreizüger Nr. 7 ist ein weiteres Turmkreuz zu sehen.)

Auch die Figur Läuferstern tritt hier zuerst im Zweizüger auf. Recht originell bringt ihn Nr. 3: Die 4 themenbildenden Läuferbewegungen erscheinen als Schlüsselzüge! 1.Lf2? [2.Sd4# A und Sf4# B] 1.– S~ 2.Te3#, 1.– d1D/T!; 1.Lf4? [nur 2.Sd4# A] 1.– c2!; 1.Lf4? [nur 2.Sf4# B] 1.– d1S!; 1.L:d2! [2.De1#] 1.– D:d2 2.Sd4# A, 1.– c:d2 2.Sf4# B, 1.– S:d2 2.Te3#, 1.– K:d2 2.Tg2#. Elegant wirkt, wie sich der Läufer-Protagonist durch den Lösungs-Erstzug vierfach opfert, was zu differenzierten Matts führt. Weiter sieht man das Thema Barnes, die Aufspaltung der Doppeldrohung.

4 Wiktor KApusta
Michail Marandjuk

Sadatschi i Etjudy 1995
3. Preis
#3 (10+8)
Im Dreizüger Nr. 4 folgt nun der schwarze Läuferstern: 1.Ka8! [2.Sd2+ D:d2 3.Lb7#] 1.– Lc3 2.Lb7+! Kd3 3.Df5#, 1.– Lc5 2.Dg4! Kd5 3.Lb7#, 1.– Le3 2.Tg4! K:f3 3.Sgh4#!, 1.– Le5 2.Dc6+! Kf5 3.Sfh4#! Diese Figur entsteht auf geistreiche Weise, indem Ld4 viermal präventiv sein Standfeld verlässt, damit dort ein Fluchtfeld für seinen König entstünde noch vor dem von Weiß geplanten 2.Sd2+; zugleich bilden alle vier Läuferzüge einen Blockschaden. Die 2. Züge von Weiß aber geben, gemäß Thema Keirans, dem schwarzen König stets ein neues diagonales Fluchtfeld - dadurch entsteht auch noch die Sternflucht des Monarchen. So werden hier zwei zeitlose geometrische Figuren kunstvoll verbunden!

Unter Nr. 5 erscheint eine weitere vorzügliche Aufgabe mit Läuferstern. 1.L:b5! [2.Sd7+ Kd5 3.b:c4#] 1.– Lc6 2.Ld6+! Kd4 3.e3#, 1.– Lg6 2.Sh:g4+! Kf5 3.e4# (nicht 2.Sf:g4+?
Kd5!), 1.– L:c2 2.d4+ c:d3 e.p. 3.e:d3#, 1.– Lg2 2.f4+
g:f3 e.p. 3.e:f3#. Auch die Nebenspiele sind fein pointiert: 1.– Ld5
2.Sf:g4+! Ke4 3.f3# (nicht 2.Sh:g4+?
5 Alexander Kusowkow
Schachmatjana Komposizija
1997
Moskau 850, 2. Preis
#3 (13+12)
Kf5!), 1.– T:b5 2.Ld6+ Kd4 3.e3#. Zwei Themen entfalten sich von der e-Linie aus nur, der seltene so genannte große oder doppelzügige Läuferstern und der Albino in den Matts: die vier möglichen Züge eines weißen Bauern von der Ausgangsstellung her. Wiederum eine sehr ansprechende Ideen-Verbindung!
Man sieht, wie die Komponisten in den beiden zweizügigen Thema-Diagrammen die kurze „Laufzeit" dieser Sparte durch Verführungen gewandt erweiterten, auch Nr. 11 wird ein schönes Beispiel hierfür. In den Dreizügern wird die gleiche Idee jeweils in einer Phase konzentriert und meist mit einem weiteren Thema kombiniert.

Thema Umnov

Die sogenannten paradoxen Themen sind von besonderer Faszination. Ein frühes Proto-Beispiel ist das Thema Umnow, 1938 von dem Russen Jewgeni Umnow ersonnen. Dieses frappierende Konzept fand aber im Westen seinen Durchbruch erst ab 1975 nachdem in Schach-Echo ein Artikel seines Erfinders erschienen war. [Umnow I: eine weiße Figur darf ein Feld erst betreten, nachdem es von einer schwarzen Figur (keinem Bauern) verlassen wurde, obschon das Schlagen „stärker" scheint. Noch exquisiter paradox wirkt Form II: Schwarz verteidigt sich, indem er ausgerechnet eine Figur auf ein Drohfeld von Weiß zieht, und dieses Hinziehen verhindert erstaunlicherweise das Drohspiel.] Diese Themenangaben lassen bereits erkennen, dass es anspruchsvoll ist, solche logisch eigentlich „gegen den Strich" gehenden Züge zu ermöglichen.

6 Anatoli Jepifanow
Anatoli Kusnezow

Pobeda-50-JT 1995
(Auszeichnung?)
7 Michail Marandjuk
Rudenko-JT 1989
1. Preis
8 Sergej Pugatschow
12. Team-Meisterschaft
UdSSR 1984/85
1. Rang
#2 (11+9) #3 (8+13) #3 (9+12)

Da man den Umnow praktisch immer in Dreizügern findet, war dieses Thema gar nicht vorgesehen für diesen Artikel. Doch dann stieß ich erstaunt im Zweizüger-Themenindex eines Fidealbums auf eine Aufgabe, die beide Formen des Umnow-Konzepts versprach. Tatsächlich wird dies hier mit überraschender Natürlichkeit gestaltet, und so nehme ich sehr gerne auch dieses Thema auf. Nr. 6 1.– Lf7 2.Te4#, 1.– Sc4 2.Sf3#; 1.Tc1! [2.Se7/Sf7#] 1.– Te7! Schwarz zieht auf das 1. Drohmattfeld = Umnow II, 2.Sc7# Weiß zieht nach c7, nachdem der sT weggezogen ist = Umnow I. Das Gleiche geschieht in der nächsten Variante: 1.– Lf7! Hinzug auf das 2. Drohmattfeld und 2.Sg6#! [1.– Sc4 2.T:c4# Mattwechsel].

Nr. 7, nun zum Umnow II in Dreizügern, 1.Sf4! [2.Tc4++ K:c4 3.c8D#, 2.– K:e5 3.Dd4#] 1.– Tc4! 2.T:b5+ Kc3 3.Sd5#, 2.– Tc5 3.D:c5#, 1.– Lc4! 2.Tc6+ Kc3 3.S:e2#, 2.– K:e5 3.De3#, 1.– Sc4! 2.Td5++ Kc3 3.Dd4#, 1.– d5! 2.Tc6+ K:e5 3.Te6 bzw. Sg6# (nach 2.Tc4+? geschähe 2.– K:e5 3.Dd4+ Kd6!) Kreuzförmige Turm-Abzugschachs unterstützen die harmonische Erzielung der dreifachen Darstellung von Umnow II, dem dreifachen Hinziehen ausgerechnet auf Drohfeld c4! Eine Perle.

In Nr. 8 staunt man, wie sich nach einem ruhigen Schlüsselzug mit stupender Selbstverständlichkeit gleich 6 (!) Umnow-II-Varianten entwickeln: je drei Hinzüge auf die Drohmattfelder c6 und f5. 1.Dg4! [2.Dd7+ Td5 3.Sc6#, 2.– Ld5 3.Lf5#] 1.– c6! 2.La3 [3.Lb2#] 2.– Tc~/Kc3 3.T:c4/Lb2#, 1.– Lc6! 2.De6 [3.De3#] 2.– Le4 (Rückkehr)/Te5 3.D:e4/D:c4#, 1.–Tc6! 2.f5 Te6 3.S:f3#, 2.– Ke5/c3 3.D:e4#, 1.– f5! 2.Dg7+ Te5 3.D:e5#, 1.– Lf5! 2.D:f3 [3.De3#] 2.– Te5 3.Sc6#, 1.– Tf5! 2.Lc3+ K:c3/Kc5 3.T:c4/S:e4#. Ganz ohne Konzessionen und zudem mit 4 stillen 2. weißen Zügen zaubert Pugatschow diesen eindrücklichen Task aufs Brett!

In Nr. 9 noch ein anderer prägnanter Häufungseifolg: Der gestaffelte Umnow I: 1.S:d6! [2.Se6+! Kb6 3.Dc5# Fesselnutzung] 1.– f:f3 2.Sde4! Kb6 und nun 3.Lc5#! wieder mit Fesselnutzung, 2.– Kd4 3.Sf3# (2.Sge4+? Kd4! 3.Dc5+? S:c5!), 1.– e3 jetzt 2.Sge4+! Kb6 3.Dc5#, 2.-Kd4 3.d:e3# (2.Sde4+? Kd4!), 1.– Kb6 2.Sc8+ T:c8 3.Tb7#, 1.– Kd4 2.Sf5+! Rückkehr e:f5 3.Dh8#, 2.– Ke5 3.Dh2#, 1.– e5 2.S:b7+ Kd4/Kb6 3.Lc5#. In den ersten beiden Abspielen gibt es, nebst Kreuzschach, je zwei aufeinanderfolgende Umnow I, da Weiß in seinem 2. und 3. Zug auf das von Schwarz soeben verlassene Feld zieht. Frappierend, wie der Be4 mit seinen kleinen Schritten zwei verschiedene Varianten hervorrufen kann und wie die weißen Fortsetzungen auf e4 glänzend präzisiert werden! Ein Kunststück.

9 Milan Vucevich
StrateGems 2002
1. Preis
10 Knud Hannemann
Svenska Dagbladet 1925
11 Wiktor Tschepishny
Dombrovskis MT 2002
1. Preis
#3 (12+11) #2 (13+7) #2 (12+9)

Batteriespiel

Die Batterie ist ein sehr häufig eingesetztes Problemelement, dank welchem immer wieder auf vielfältige Art interessante Kompositionen entstehen. Im Zweizüger ist die direkte Batterie (oder sind direkte Batterien) im Satz schon vorhanden, der Schlüssel erstellt eine solche oder indirekte hzw. maskierte Batterien stehen schon bereit, die in der Lösung aktiviert werden.

Der Däne K. Hannemann komponierte Nr. 10 als 22-Jähriger. 1.d4+! (außergewöhnlicher Inhalt rechtfertigt außerordentlichen Schlüssel) 1.– K:d4+ 2.S3f5#!, 1.– Kf6+ 2.S7f5#!, 1.– Kd6+ 2.Lf5#!, 1.– Kf4+ 2.g5#!, 1.– Ke4+ 2.S3d5#! Der Erstzug überlässt dem schwarzen König ein fünftes Fluchtfeld, was noch ein fünftes thematisches Abspiel ermöglicht. Der imposant frei stehende schwarze Monarch erteilt durch seine Fluchtzüge Schach, und die 5 schlagfreien Matts erfolgen subtil präzisiert, drei davon auf Feld f5. Simultan sind ständig variierende Königsfelder zu decken und der eigene König ist gegen das Schach abzuschirmen. Doch nicht genug: Während es in der Ausgangsstellung erst eine Batterie gibt (Te1/Se3), verwandelt der schwarze König in den Abspielen 1-4 vier indirekte in aktive Batterien. Ohne Umwandlungsfiguren gibt es also fünf genutzte weiße Batterien – ein herrliches Taskproblem!

12 Juri Wachlakow
Waleri Schanschin

The Problemist 2002
3. Preis
13 Michael Keller
Schweiz. Schachzeitg. 1990
1. Preis
14 Anatoli Stjopotschkin
Uralski Problemist 1995-97
2. Preis
#2 (9+13) #3 (11+10) #3 (12+9)

Unter Nr. 11 folgt ein erstaunlich reichhaltiges zweizügiges Batteriespiel aus unseren Tagen: 1.Lh6? [2.Le3#] 1.– S:c4 2.S:h2#, 1.– S:g4 2.T:g4# aber 1.– f1S!; 1.Lf8? 2.Lc5#, 1.– Sed7 2.Sc1#, 1.– Ta5 2.Sd:e5#, 1.– S:d3 2.D:d3#, 1.– Sbd7!; 1.e7? [2.Td6#] 1.– S:d3 2.Tc6#!, 1.– S:g4 2.Te6#! Beide Matts mit Fesselnutzung, 1.– Ta5! 1.Kg5! [2.Tf4#] 1.– S:d3 2.Tf5#!, 1.– S:g4 2.T:f3#! (auch Fesselmattt). Vier pointierte Phasen, und in jeder wird nur eine der 3 Batterien aktiviert. Sehr schön ferner, wie wTf6 auf der 6. Reihe und der f-Linie auf je 3 nebeneinander liegende Felder zieht, und schließlich entdeckt man noch einen 3x2 Sagoruiko nach den Zügen 1.– Sd3 und 1.– Sg4. Meisterlich in Konstruktion und Inhalt!

Auch Nr. 12 präsentiert Batteriespiel par excellence! Der kreative Schlüsselzug überlässt ein zweites Königsfluchtfeld, vor allem aber macht er aus der L-T-T- Halbbatterie zwei nebeneinander liegende L-T Batterien, von denen eine vorerst noch indirekt ist. Es folgen glänzend differenzierte direkte und indirekte Batteriematts und auf e6 zweimal Blockschäden zufolge von Pickabish-Verstellungen. Ein Genuss! 1.Tc2! [2.Td6#] 1.– Ke6 2.Te4#!, 1.– Kg6 2.T:c6#!, 1.– Le6 2.Tg4#!, 1.– e6 2.T:f2#!, 1.– e5 2.D:f7# (Dass im Satz kein Matt auf die Königsflucht 1.– Ke6 besteht, dürfte dem Problem den nächsthöheren Rang gekostet haben.)

Der Dreizüger bietet die zusätzliche Möglichkeit, dass während den Abspielen das Entstehen von Batterien verfolgt werden kann. Nr. 13 ist ein klares, schönes Beispiel: Nach dem Drohspiel zieht der wSd4 aus der eben formierten Batterie weg – um Teil von drei neuen Batterien zu werden, die alle auf das Fluchtfeld d5 ausgerichtet sind: 1.Tb4! [2.Sc5+! Kd5 3.T:f5#] 1.– Te1 2.S:b3+! Kd5/L:b4 3.Sa5/Sd2#, 1.– Sd7/Sg6 2.S:e6+! Kd5/L:b4 3.Sd8 (Spiegelmatt) /Sg5#, 1.– S:g3 2.S:f5+! Kd5/L:b4 3.Se7/S:g3# (1.– Kd5 2.Tf5+ Ke4 3.Sc5#, 1.– L:b4 2.Da8+ c6 3.D:c6#) Weiter sehen wir einen 3x2 Sagoruiko in nur einer Phase, eine eindrückliche Spezialität dieses Grossmeisters. Ein Kunstwerk.

Nach den Diagrammen mit gebauten und aktivierten Batterien in Nr. 14 nun ein sehr reizvoller Kontrapunkt: Batterieabbau! 1.Td2!? [2.Sd4+ Ke5 3.Sg4#] 1.– S:f6 2.Sg5+ Ke5 3.S:f7#! (Siersbatterie), 1.– g:h5 2.Lh3 und 3.Lf5# aber 1.– Sg5!; 1.Lh3! [2.Sf5+ K:d5 3.Se7#, Siers] 1.– d:c6 2.Sg2+ K:d5 3.Sf4# (Siers), 1.– c4! 2.Td2 und 3.Td4# (nicht 2.Sf5+ K:d5 3.Se7+? Kc5!) Man sieht eine vertikale und eine diagonale weiße Batterie – doch in beiden Problemphasen wird jeweils eine abgebaut und die andere genutzt. Aber die Figuren der aufgelösten Batterie bleiben eingeordnet im Ablauf, zu Feldräumung und Felddeckung. Attraktive Idee mit leicht paradoxem Einschlag, präsentiert mit konstruktiven Finessen!

Das Kreuzschach

ist ein besonders „lebendiges" Thema, weshalb es auch bei Lösern und Komponisten durch die Jahrzehnte hindurch immer wieder willkommen ist. Wir beginnen mit einem Prachtstück aus der ersten Hochblüte des Zweizügers (ca. 1915–1935). Speziell schätzte man da überraschende, generöse, funktionsreiche Schlüsselzüge, welche in konzentrierte Abspiele einführten und diese mitprägten. Vor allem Fesselungs-, Verstellungs- und Linienthematik sowie Kreuzschach wurden gezeigt, und es tauchten viele fruchtbare neue Themen auf. Nr. 15 stammt von G. Guidelli, einem berühmten jungen Meister jener Phase, der mit nur 24 Jahren an einer kurzen Krankheit starb (1897–1921)!

15 Gioegio Guidelli
L'Eco degli Scacchi 1916/17
2. Preis
16 Wieland Bruch
C. Belliboni-MT 1994
2. Preis
17 Hans Johner
Neue Zürcher Zeitung 1966
#2 (9+10) #2 (11+9) #3 (11+12)

1.Kf?!! [2.Db8#] Ein fantastischer Schlüsselzug, macht doch der weiße König zwei indirekte schwarze (!) Batterien zu direkten Batterien und setzt sich in vier Varianten ihren Abzugschachs aus: 1.– e5+ (Blockschaden) 2.S7d5#! (mit Fesselnutzung), 1.– Le5+ (Blockschaden) 2.S7f5#!, 1.– Lg5/g7/h8+ 2.S3f5#! (mit 2 Fesselnutzungen) 1.– L:e7+ 2.L:f4#, 1.– Ke5 2.Sc4#. Begeisternde Kompositionskunst – die sich vor bereits 90 Jahren entfaltete, aber noch keinerlei Patina angesetzt hat.

Jetzt machen wir einen Zeitsprung ins Jahr 1994. In Nr. 16 gibt es erst einmal eine gehaltvolle Verführung – in Guidellis Zeit können Scheinlösungen noch kaum je entdeckt werden. 1.Sf6? dr. 2.Df4#! wobei dem schwarzen König 2 Fluchtfelder überlassen werden: 1.– Kd6 2.Lc5#!, 1.– K:f6 2.Lg5#!, 1.– T:f6 2.Lf4#, aber 1.– Ld4! 1.Lc5! dr. 2.Ld6# Der richtige Schlüssel wechselt zwei Königsfluchtfelder aus, von welchen her nun Schach erteilt wird: 1.– Kf4+ 2.Sc3#!, 1.– K:d5+ 2.Ld4#!, 1.– Tf6 2.Sc3# (Mattwechsel) Auch das vorzügliche Batteriespiel in diesem Preisproblem imponiert.

Nr. 17
bringt den Übergang zu den Dreizügern. Zwei Satzspiele fallen auf, in denen Schwarz seine Wirkungskraft ins Zemtrum ausdehnt: 1.– Se5 2.Df2+ Ke4/Kc3 3.Sc5!/Sb5#, 1.– Sg5 2.Df2+ Ke4/Kc3 3. nun D:f4!/Sb5#. Durch den Schlüssel werden die Schlagzüge des sBe7 zu Schachgeboten, denen sich der weiße König mutig stellt, unterstützt vom Opfer der Königin auf c3: 1.Ke1! 2.Dc3+ Ke4/Ke3 3.Sd~# 2.– K:c3 3.Sb5#!, 1.– e:d6+ 2.Se5! Kc5/K:e5 3.Dc3#, 1.– e:f6+ 2.Se5+ Kc5/K:e5 3.b4/Dd5#, 1.– b:c6 2.Sf2+! Kc5/Ke5 3.Se4/Sg4#, 1.– Ke4 2.Sc5+! Ke5/Kf3 3.Sd7/Df2#, 1.– f3 2.Db4+! Ke3 3.Sd5#. Was diese Aufgabe noch wesentlich vertieft, sind die 4 Vorausblocks auf d6, f6, c6 und f3, zu denen Weiß den sK in klug präzisierten Schachs hinlotst! Hans Johner hat immer wieder solch hochwertige Kompositionen kurzerhand in der von ihm betreuten Schachspalte der NZZ veröffentlicht, obwohl da seinerzeit noch keine Turniere ausgeschrieben wurden.

18 Vincent L. Eaton
Skakbladet 1937
2. Preis
#3 (9+6)
In Zweizügern tritt das Kreuzschach oft als Hauptinhalt auf (Nrn. 15 und 16). Im Dreizüger hingegen ist es meist eher ein Teil des thematischen Inhalts und/oder es dient als akzentuierter Auslöser von weiteren Ideen, für beides ist Nr. 17 ein gutes Beispiel. Doch auch hier bestätigt die Ausnahme die Regel, und da Ausnahmen recht spannend sein können, folgen nun zwei Dreizüger, in denen das Kreuzschach als Hauptthema komponiert wurde. Nr. 18 beginnt mit 1.La6! [2.Se2+ K:e4 3.Ld3#] Das Drohspiel stempelt den Schlüssel zum antikritischen Zug. 1.– D:d2 2.Ka3+ Ke3 3.Sd5#, 1.– Sc5 2.Ka5+! S:a4+! 3.Dd5#. Weiter geht es mit gar drei aufeinanderfolgenden Schachs: 1.– D:c3+! 2.Ka3+! Db4+! 3.T:b4# und es folgt die Glanzvariante, in welcher auch im Matt keine der schachbietenden Figuren geschlagen wird, reinstes Kreuzschach: 1.– Lc5+! 2.Kb5+! Lb4+! 3.Dd5#!! V.L. Eaton transferierte das Kreuzschach in einen Dreizüger, da er die beiden zusätzlichen Züge desselben brauchte, um dieses Thema zu vollster Blüte zu bringen. Es verwundert nicht, dass dieses Diagramm aus Sam Loyds Land stammt.

19 Hans Peter Rehm
Neue Zürcher Zeitung 1985/86
1. Preis
#3 (7+11)
Was hingegen überrascht, dass in Nr. 19 ausgerechnet GM H. P. Rehm das Kreuzschach, zu unserem Genuss, in den Mittelpunkt eines hervorragenden Dreizügers stellt. Der Satz enthält schon pointierte Abspiele, wobei die ersten drei in der Lösung nicht mehr auftauchen: 1.– b2 2.Tb:d5+ Kb4 3.S:a2#, 1.– Tb7 2.Tc3+ S:c3/Kd4 3.Dd3/Sc6#, 1.– Le5 2.Td4+ L:d4/K:d4 3.Dd3#. Nach 1.– Sc3/Sb6/S:e7 erfolgt hier 2.T(:)c3+ Kd4 3.Se2#, in der Lösung erteilen diese schwarzen Springerzüge Schach, und es wird zwei verschiedene neue Varianten geben. Durch den Schlüssel fordert Weiß die gegnerischen Schachgebote heraus: 1.De1! [2.Te3+ Kd4 3.Dd3#] 1.– Sb4+ Tbd5+! S:a6 3.T:b3#, 1.– Sc3+ jetzt 2.Tdd5+! S:e2 3.T:b3#, 1.– Sb6/S:e7+jetzt 2.Tf3+! Kd4 3.Dd3#, 1.– Se3/Sf4+ 2.Tb7+! Kc5 3.D(:)e3#. In 4 Varianten folgen auf die schwarzen Schachs kunstvoll differenzierte weiße Fortsetzungen: Ein Kreuzschach-Fest!
(wird fortgesetzt)

Schwalbe-Treffen 2006 in Meerane
Das Jahrestreffen der Schwalbe am letzten Septemberwochenende, das wir inklusive Brücken-Montag bis zum feiertäglichen Dienstag, 3. Oktober, verlängert hatten, wurde von Mirko Degenkolbe in Zusammenarbeit mit einem bestgelaunten Wettergott organisiert und war eines der angenehmsten Treffen, an das sich der Berichterstatter erinnert. Die Verlängerung um zwei Tage erwies sich als sehr geglückt, hatten die Teilnehmer dadurch neben dem offiziellen Teil doch genügend Zeit zu vielen schachlichen Gesprächen und dazu auch noch ausreichend Gelegenheit, am abwechslungsreichen kulturellen Rahmenprogramm, das Mirko vorbereitet hatte, teilzunehmen.

Das bequeme Tagungshotel ist eine ehemalige sächsisch-thüringische Zollstation und liegt buchstäblich auf der durchs Haus verlaufenden Landesgrenze – für Statistiker mag es von Interesse sein, dass die Versammlung auf sächsischem Boden stattfand. Dort besuchte uns am Freitagabend auch der stellvertretende Bürgermeister, Dr. Scherpel, der ein Grußwort an die Teilnehmer richtete und auch auf eigene frühere Schachaktivitäten verweisen konnte.

Über die Versammlung gibt das nachfolgende Protokoll Auskunft. Zum schachlichen Rahmenprogramm gehörte wieder ein von Axel Steinbrink organisiertes Schnell-Löse-Turnier (Stress total: 30 Zweizüger, von denen jeder nur eine Minute lang gezeigt wird), das von Boris Tummes mit 15,1 Punkten gewonnen wurde vor Hemmo Axt (10,1) und Wieland Bruch (9,8). Später gab es auch noch ein von Frank Fiedler vorbereitetes konventionelles Löseturnier, in dem fünf vor 100 Jahren erschienene Aufgaben und ein Urdruck in 90 Minuten zu bearbeiten waren. Hier zeigte Turnierwart Axel Steinbrink mit einem 100%-Ergebnis (30 Punkte), dass er durchaus noch punktehungrig ist. Hemmo Axt bestätigte seine gute Form mit einem weiteren 2. Platz (27) vor Winfried Neef (24) und Boris Tummes (23). Über die Dauer der Tagung lief auch ein Kompositionsturnier, über dessen Ergebnis bereits im letzten Heft berichtet wurde (S. 589–591). Werner Keym hielt einen Vortrag über sein aktuelles Lieblingsthema, es handelte sich um einen Auszug aus seinem in diesem Heft erscheinenden Artikel. In einem weiteren Vortrag stellte Thomas Hanusch ein Projekt vor, bei dem es um die Erstellung einer Datenbank aller Schwalbe-Mitglieder geht; dabei wurde auch mit der Möglichkeit geliebäugelt, die Schwalbe-Hefte einzuscannen und ins Netz zu stellen. Schließlich ging Hartmut Laue noch auf die aktuelle Diskussion über „schwarze Duale in Selbstmatt" ein und zeigte dazu einige Aufgaben aus dem im Oktoberheft erschienenen Artikel zu diesem Thema (S. 557–560). Dass beim abschließenden "Italienischen Abend" in einem Nebengebäude des Hotels noch ein Großteil der Teilnehmer anwesend war, zeigt, dass die längere Dauer des Treffens von den Teilnehmern angenommen und intensiv genutzt wurde. (GüBü)

Protokoll der Jahreshauptversammlung der „Schwalbe, deutsche Vereinigung für Problemschach" am 30.09.2006 in Meerane

Der 1. Vorsitzende Hemmo Axt eröffnete die Versammlung um 16:10 Uhr und fragte, ob Ergänzungen zur Tagesordnung (1. Eröffnung, Tagesordnung, Protokoll; 2. Begrüßung, Gedenken, Ehrungen; 3. Protokoll 2005; 4. Jahresbericht des 1. Vorsitzenden, Berichte aus dem Vorstand, Aussprache; 5. Bericht der Kassenprüfer, Neuwahl der Kassenprüfer; 6. Entlastung des Vorstands; 7. Neuwahl des Vorstands; 8. Schwalbetagung 2007/2008; 9. Verschiedenes) gewünscht seien. Das war nicht der Fall. Günter Büsing übernahm die Führung des Protokolls. Die Versammlungsteilnehmer trugen sich in eine Liste ein: Christian Ahmels (Stein), Hemmo Axt (Frasdorf), Arnold Beine (Geisenheim), Horst Böttger (Zwönitz), Wieland Bruch (Frankfurt/O.), Wolfgang Alexander Bruder (Dossenheim), Günter Büsing (München), Mirko Degenkolbe (Meerane), Wolfgang Dittmann (Berlin), Garsten Ehlers (Braunschweig), bernd ellinghoven (Aachen), Kurt Ewald (Starnberg), Volker Felber (Ettlingen), Reinhardt Fiebig (Hohndorf), Frank Fiedler (Mügeln), Hans Gruber (Bobingen/Regensburg), Harald Gruben (Stadtroda), Volker Gülke (Lübeck), Olaf Jenkner (Chemnitz), Werner Keym (Meisenheim), Hartmut Laue (Kronshagen), Godehard Murkisch (Göttingen), Wilfried Neef (Ulm), Franz Pachl (Ludwigshafen), Rainer Paslack (Bielefeld), Hans Peter Rehm (Pfinztal), Stephen Rothwell (Henstedt), Peter Schmidt (Krummwisch), Bernd Schwarzkopf (Neuss), Axel Steinbrink (Duisburg), Sven Trommler (Dresden), Boris Tummes (Moers), Günther Weeth (Stuttgart), Manfred Zucker (Chemnitz).

Der 1. Vorsitzende begrüßte insbesondere das Ehrenmitglied bernd ellinghoven und dankte dem Organisator Mirko Degenkolbe für die Vorbereitung des Treffens. Für die Organisation des Büchertischs dankte er ferner dem Bücherwart Bernd Schwarzkopf.
Die Versammlung gedachte der im Berichtszeitraum verstorbenen Mitglieder Alex Casa, Cornelis Groeneveld, Kurt Gross, Alexander Hildebrand, Peter Kahl, Albert Koldijk, Wladislaw Rosolak und Georg Slupina.

Ehrungen: Für 25-jährige Mitgliedschaft wurde die Silberne Ehrennadel an Udo Degener, Dr. Stephan Gürtler, Jerzy Konokowski und Wilfried Grätz verliehen. Für langjährigen Einsatz für die Schwalbe verlieh der 1. Vorsitzende Goldene Ehrennadeln an Bernd Schwarzkopf, Achim Schöneberg und Günter Lauinger.
Der FIDE-Delegierte bernd ellinghoven überreichte anschließend Urkunden der PCCC für Udo Degener und Franz Pachl (beide Kompositions-Großmeister), Stefan Dittrich (Kompositions-IM), Daniel Papack, Sven Trommler und Markus Manhart (jeweils FIDE-Meister) sowie an Wolfgang Dittmann (Internationaler Preisrichter). Ferner gab es auch eine Urkunde für bernd ellinghoven (Kompositions-IM).

Das Protokoll der Jahreshauptversammlung 2005 wurde ohne Aussprache genehmigt.

In seinem Jahresbericht nannte der erste Vorsitzende Hemmo Axt eine leicht rückläufige Mitgliederzahl (16 Eintritte, 11 Austritte und 8 verstorbene Mitglieder). Er bezeichnete die finanzielle Entwicklung der Vereinigung als stabil. Er wies darauf hin, dass durch die Neuwahl einige Änderungen im Vorstand erfolgen werden, da er selbst, der Kassenwart und der Schriftleiter nicht zur Wiederwahl zur Verfügung stünden. Außerdem hatten Achim Schöneberg, der den Versand der Hefte seit 1982 durchführte, und der Bücherwart Bernd Schwarzkopf um Ablösung gebeten.
Der Delegierte beim Deutschen Schachbund, Kurt Ewald, berichtete über seine Teilnahme an einer Sitzung des Hauptausschusses des DSB in Halle im November 2005 und beim Kongress des Deutschen Schachbunds im Mai 2006 in Hamburg. Die nächste Tagung des Hauptausschusses wird im November in Baden-Baden sein. K. Ewald bezeichnete das Verhältnis zwischen dem DSB und der Schwalbe als sehr gut. Er wies darauf hin, dass der Zuschuss von 3000 EUR des DSB für die Schwalbe für die beiden kommenden Jahre abgesichert sei.

Der Schriftleiter Günter Büsing verwies auf die im Berichtszeitraum erschienenen Hefte. Er bemerkte, dass die Vorhersage über den Umfang der kommenden Hefte schwierig sei, insbesondere da die zahlreichen in den letzten Jahren angefallenen Preisberichte zu älteren Turnieren mit dazu beigetragen haben, den Umfang zwischen 52 und 60 Seiten zu halten. Er wies auf die Möglichkeit hin, dass in Zukunft vielleicht auch nur Material für 40-Seiten-Hefte vorliegen könnte und ermunterte potentielle Autoren, Artikel zur Veröffentlichung in der Schwalbe vorzulegen.
Der Kassenwart Garsten Ehlers erläuterte den Kassenbericht 2005, in dem die Ausgaben deutlich über den Einnahmen lagen, was aber im Wesentlichen daran lag, dass der jährliche Zuschuss des DSB erst im Januar 2006 einging – unter Berücksichtigung dieser Zahlung hätte sich ein geringfügiger Überschuss von ca. 130 Büro ergeben.
Der FIDE-Delegierte bernd ellinghoven berichtete über das PCCC-Treffen, das Anfang August in Wageningen/ Niederlande stattfand und über dessen wesentliche Ergebnisse bereits in Heft 220, S. 520/525 berichtet wurde. Er erwähnte insbesondere, dass das FIDE-Album 2004-06 vermutlich bis Ende dieses Jahres ausgeschrieben wird und bedauerte, dass weder die bereits seit 2005 anstehende Frage der Reform der Titelpunkte-Vergabe noch die von der Subkommission vorgeschlagene Kodex-Klarstellung zum Begriff „Dual" diskutiert wurden.

Der Turnierwart Axel Steinbrink ging auf mehrere Löseturniere des vergangenen Jahres ein. Der International Solving Contest (ISC) wurde im Januar mit mehr als 250 Teilnehmern durchgeführt; eine dritte Auflage dieser Veranstaltung ist im Januar 2007 unter Leitung von Axel Steinbrink geplant. Auch die deutsche Lösemeisterschaft im April in Sottorf war mit 33 Teilnehmern sehr gut besetzt. Ende April 2007 findet die nächste, von Andreas Rein vorbereitete deutsche Meisterschaft in Wiesloch statt. Die offenen niederländischen und belgischen Meisterschaften konnten beide von Michael Pfannkuche gewonnen werden; bei der britischen Lösemeisterschaft erreichte Boris Tummes einen vierten Platz. Dann berichtete Axel Steinbrink von den Löse-Aktivitäten beim PCCC-Treffen (siehe Heft 220) und wies auf die im November in Warschau stattfindende 2. Europa-Lösemeisterschaft hin. Vermutlich wird es auch 2007 eine derartige Meisterschaft geben, die im Sommer in der Tschechischen Republik ausgetragen wird. Als besonderes Ereignis hob Axel Steinbrink die Verleihung des Silbernen Lorbeerblatts durch den Bundespräsidenten an unsere erfolgreichen Löser Arno Zude, Michael Pfannkuche und Boris Tummes hervor. Kurt Ewald ergänzte dazu, dass Manfred Seidel wesentlichen Anteil an der Verleihung hatte, da er das Verfahren angeregt und über Jahre hinweg verfolgt habe.
Der erste Vorsitzende dankte den Vorstandsmitgliedern sowie den weiteren für die Vereinigung aktiven Mitgliedern, insbesondere Bernd Schwarzkopf, Achim Schöneberg und Stefan Höning sowie allen Sachbearbeitern, für die von ihnen geleistete Arbeit.

Kassenprüfung: Volker Gülke berichtete über die Kassenprüfung, die er und Gerd Reichling unabhängig voneinander durchgeführt hatten. Die Kassenführung sei völlig einwandfrei. Dem Antrag beider Kassenprüfer, den Kassenwart zu entlasten, stimmte die Versammlung einstimmig zu.

Neuwahl der Kassenprüfer: Gerd Reichling war bereit, das Amt erneut zu übernehmen. Außerdem war Peter Schmidt bereit, für das Amt zu kandidieren. Beide wurden bei einer Enthaltung einstimmig gewählt.

Entlastung des Vorstands: Auf Antrag aus der Versammlung wurde der gesamte Vorstand einstimmig entlastet.

Neuwahl des Vorstands: Bernd Schwarzkopf übernahm die Leitung der Versammlung für die Neuwahl des 1. Vorsitzenden. Hemmo Axt schlug vor, Prof. Dr. Hans Gruber (86399 Bobingen, Lindauer Str. 10a) als neuen 1. Vorsitzenden zu wählen. Da keine weiteren Vorschläge vorlagen, wurde Hans Gruber bei eigener Enthaltung einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt und übernahm danach die Leitung der Versammlung. Auf Vorschlag von Hans Gruber wurde Günter Büsing als 2. Vorsitzender bei zwei Enthaltungen wiedergewählt. Die Versammlung folgte danach Carsten Ehlers' Vorschlag, Olaf Jenkner (Beckerstr. 26B, 09120 Chemnitz) als neuen Kassenwart zu wählen (einstimmig bei eigener Enthaltung). Günter Büsing schlug Volker Gülke als neuen Schriftleiter vor; er wurde einstimmig gewählt. Anschließend wurden die übrigen bisherigen Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt (teilweise eine Enthaltung): DSB-Delegierter: Kurt Ewald, FIDE-Delegierter: bernd ellinghoven, Turnierleiter: Axel Steinbrink.

Nach Abschluss der Neuwahl dankte Hans Gruber dem bisherigen 1. Vorsitzenden für seine 18-jährige Tätigkeit und schlug vor, ihn zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, was die Versammlung per Akklamation annahm. Anschließend dankte Kurt Ewald dem bisherigen Schriftleiter für seine Tätigkeit und schlug vor, ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen, was ebenfalls per Akklamation angenommen wurde.

Schwalbe-Treffen 2007/2008: Für das Treffen 2007 liegt seit längerem ein Angebot des SC Forchheim vor, auf das gern zurückgegriffen wird (vorbehaltlich einer Abklärung mit den örtlichen Organisatoren). Für 2008 wurde die Frage diskutiert, ob das Treffen in Dresden zeitgleich mit der Schacholympiade durchgeführt werden soll. Nach längerer Diskussion war die Versammlung überwiegend der Meinung, dass es wichtiger sei, dort auf andere Weise als durch eine Versammlung Werbung für das Problemschach zu machen. Daher wurde mit großer Mehrheit der Vorschlag von Arnold Beine, das Treffen 2008 im Rheingau zu organisieren, angenommen.

Verschiedenes: Axel Steinbrink gab das Ergebnis eines im Rahmenprogramm dieses Treffens durchgeführten Löseturniers bekannt (1. Boris Tummes, 2. Hemmo Axt, 3. Wieland Bruch, 4. Wilfried Neef etc.). Volker Felber regte an, eine Arbeitsgruppe für Problemsammlungen und deren Form der elektronischen Archivierung einzurichten. Er wies darauf hin, dass er eine sehr umfangreiche Sammlung zusammengetragen und auch einen Datenaustausch mit anderen Sammlungen (u. a. mit der PDB) vorgenommen hat. Hans Gruber erklärte sich bereit, die Gruppe zu leiten; Peter Schmidt und Godehard Murkisch wollten mitarbeiten; eine erste Besprechung wurde für den Abend angesetzt.
Hartmut Laue rief die Selbstmatt-Komponisten eindringlich auf, Originale für die Schwalbe zur Verfügung zu stellen. Er beklagte, dass fast nur langzügige Selbstmatts vorliegen, die zu einem sehr hohen Anteil inkorrekt seien.
Godehard Murkisch regte an, Kontakte zur Deutschen Schachjugend herzustellen. Hemmo Axt wies dazu auf die jetzt angelaufene Einsteiger-Seite auf der Schwalbe-Website hin und sagte, dass es bereits vereinbart sei, einen Link von der DSJ-Site zur Schwalbe-Einsteiger-Site zu legen.
Da keine weiteren Wortmeldungen vorlagen, schloss der 1. Vorsitzende die Versammlung um 18:40 Uhr.

G. Büsing
(Protokollführer)
Hemmo Axt
(Scheidender 1. Vorsitzender
Hans Gruber
(Neuer 1. Vorsitzender)



Vorträge auf dem volkseigenen Demo-Brett:
Hartmut Laue präsentiert "bulgarische Duale";
auf dem Brett steht die Nr.6 aus dem Oktoberheft
Schwalbe-221, S. 588


Werner Keym zeigt vier reelle Rochaden im
Dreizüger = Nr.6 aus seinem Vortrag in diesem
Schwalbeheft, S.631


Vor der Abfahrt nach Altenburg: Rainer Paslack,
Wolfgang Dittmann, Hartmut Laue, Carsten Ehlers &
Arnold Beine


Beim Studieren von Studien:
Carsten Ehlers, Horst Böttger, Axel Steinbrink,
Peter Schmidt & Stephen Rothwell


Horst Böttger, Rainer Paslack, Mirko Degenkolbe &
Wolfgang A. Bruder im Problem-Forum


Erste Sitzung des neuen Vorstands:
Hans Gruber, Volker Gülke (Carsten Ehlers),
Hemmo Axt, Olaf "Gustav" Jenker


Sven Trommler & Wieland Bruch


Stefan Dittrich & Manfred Zucker


Chef-Organisator Mirko Degenkolbe (mit Liste der
Exkursionsteilnehmer) umringt von Axel Steinbrink,
Bernd Schwarzkopf, Franz Pachl, Hans Gruber &
Wieland Bruch


Hilfsmatt-Revolutionäre beim gespräch über
Substitutions-Inder: bernd ellinghoven &
H#-Sachbearbeiter Eckard Kummer


Der neue 1. Vorsitzende Hans gruber & der neue
Schriftleiter Volker Gülke


Der neue Vorstand: bernd ellinghoven (FIDE-Delegierter),
Hans gruber (1. Vorsitzender), Olaf Jenker (Kasse),
Günter Büsing (2. Vorsitzender), Axel Steinbrink (Turniere),
Volker Gülke (Schriftleiter), Hemmo Axt (Ehrenvorsitzender -
es fehlt: Kurt Ewald


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