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Heft 228, Dezember 2007 voriges Heft nächstes Heft

Kalenderblatt

Der Name Lindgren ist für uns heute insbesondere mit dem mittlerweile auch schon 80jährigen Bo verbunden, doch auch schon sein vor nunmehr 50 Jahren verstorbener Vater Fritjof Lindgren (23.2.1897-8.11.1957) war ein bekannter Problemist. Er komponierte mehr als 600 Probleme, hauptsächlich Dreizüger, darunter eine Reihe exzellenter Miniaturen, und schrieb einige Problembücher: Schackkuriosa, Moderna svenska schackproblem (1936) und 33 Schackminiatyrer (1937).
Willy Roscher (17.12.1900-23.12.1957) trat 1921 in Zittau in den damals neugegründeten Arbeiter-Schachverein ein und war nicht nur ein erfolgreicher Turnierspieler, sondern trat auch als Organsiator, Schachpublizist (u.a. seit 1931 Redakteur der Arbeiter-Schachzeitung als Nachfolger von Arthur Klinke) und als Komponist von etwa 100 Aufgaben in Erscheinung; nachfolgend eine Kostprobe seines Schaffens mit Beseitigung weißer und Erhaltung schwarzer Masse (s. Diagr.: Nach 1.L:e7? D:e7 2.Tg3 kann S das drohende Matt durch Sc2 parieren mit 2.- Da7! Daher 1.Sd7 [2.Tb8+] T:d7 und jetzt 2.Le7 D:e7 3.Tg3 nebst 4.Sc2#). Roschers Name ist bis heute insbesondere durch das 20 Jahre nach seinem Tod von der Sächsischen Zeitung organisierte Gedenkturnier, dessen Preisbericht immer noch erhältlich ist, bekannt geblieben.
Vor 50 Jahren verstarb auch der spanische Retro-Spezialist Julio Sunyer (11.4.1888-27.11.1957), der sich insbesondere auf Probleme mit vielen Rücknahmezügen durch den wK spezialisierte. Besonders bekannt wurde er aber mit einem Zweisteiner (s. Dia): Zurück 1.Kg6:Th5 Th8:Dh5 und vorwärts 1.0-0 Dh7#.

Willy Roscher
Johann-Berger-GT 1953/36
2. Preis
Julio Sunyer
Chess Amateur 1923
Wladimir Korolkow
Trud 1935
1. Preis
#4(9+10)#-1w, -1s, dann h#1(1+1)Gewinn(5+6)

Zum 75. Mal jährt sich der Todestag des Letten Hermann Mattison (28.12.1894-16.11.1932). Er war nicht nur ein bekannter Studienkomponist, sondern machte sich auch als Partiespieler einen Namen. Im ersten „Amateurturnier" der 1924 gegründeten FIDE konnte er sich den Titel eines Amateur-Weltmeisters holen.
Wladimir A. Korolkow (7.11.1907-1.5.1987) war einer der erfolgreichsten sowjetischen Studienkomponisten; seine größten Erfolge erzielte der vor einem Jahrhundert geborene Komponist um die Mitte des letzten Jahrhunderts. Von seinen über 400 Studien kamen viele ins FIDE-Album, seit 1976 gehörte er zu den Großmeistern für Schachkomposition. Gezeigt sei eine seiner bekanntesten Kompositionen (s. Diagr.): 1.d7 Ke7 2.Tb8! L:g3 Nach 2.- f1D 3.d8D+ K:d8 4.La6+ Kc7 5.L:f1 K:b8 6.g:h4! gewinnt Weiß mühelos. Um dies zu verhindern, beseitigt Schwarz den weißen Bauern, da Weiß nach 3.K:g3 f 1D 4.La6+ Kc7 nicht die Dame schlagen und gleichzeitig den Turm retten kann. 3.Ta8! 2.f1D 4.d8D+ K:d8 5.La6+ Es sieht ganz so aus, als wäre Weiß schon am Ziel, aber Schwarz hat eine Falle vorbereitet. 5.- Lb8!! Falls nun 6.T:b8+? Kc7 folgt, hat Weiß nur ein Remis erreicht. Er kann aber gewinnen, indem er den Turm opfert. 6.L:f1 Kc7 7.La6 e2! 8.L:e2 Kb7 Schwarz scheint am Ziel, der weiße Turm wird erobert. Der Preis dafür ist jedoch zu hoch: 9.Lf3! K:a8 10.L:c6#.

Alois Naglers (8.12.1907-30.6.1996) Weg zum Schach dürfte eher als untypisch bezeichnet werden, denn welcher bekannte Problemist oder Organisator erlernt mit 19 Jahren das Spiel schon von seiner (späteren) Frau? Er komponierte mehr als 250 Probleme, von denen 1951 eine Auswahl als Buch veröffentlicht wurde. 1941 bis 1981 leitete er die Schachrubrik des Tages-Anzeigers, Lange war er Schweizer Delegierter bei der PCCC und zeitweise deren Sekretär. Außerdem war er organisatorisch tätig im Schweizerischen Schachverband, als dessen Präsident (1965-69) er maßgeblich am Zustandekommen der Schacholympiade in Lugano 1968 beteiligt war. Ebenfalls vor 100 Jahren geboren wurde der schwedische Zweizüger-Komponist Sven Ekström (19.12.1907-4.3.1978), dessen Name mit einer Linienkombination verknüpft wurde.

Am Nikolaustag vor 150 Jahren wurde der Pfälzer Adolf Decker (6.12.1857-21.11.1915) geboren. Er war nach seinem Medizinstudium in Würzburg einige Jahre als Arzt in Thüringen tätig, wo er den Schachhistoriker O. Koch kennenlernte, bevor er um 1890 in die USA auswanderte. Er komponierte mehr als 1000 Probleme und äußerte sich vor 1900 in der Deutschen Schachzeitung wiederholt zu Fragen der Problemästhetik und Preisrichtertätigkeit. Koch schrieb 1915 in seinen Erinnerungen an Decker über den Zwiespalt, den Bergers Kunstgesetze den beiden damals bereitete, weil bekannte Probleme „mit scharfer Pointe" nicht mit Bergers Gesetzen in Einklang zu bringen waren. (GüBü)

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