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Heft 297, Juni 2019

 


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Hans-Christoph Krumm 22.12.1931 - 14.6.1994

von Thomas Brand

Geboren am 22.12.1931 in Königsberg verbrachte Hans-Christoph Krumm nach der Flucht die ersten Nachkriegsjahre in Halberstadt/Harz, wo er zu einem erfolgreichen jugendlichen Partiespieler heranreifte. Dort noch fand er über den Schach-Expreß und Herbert Grasemann Interesse am Problemschach, das sich während seines Studiums in Mainz (Ernst Bachl) und Hamburg weiter verstärkte. Anschließend wurde er als Diplom-Meteorologe im Ruhrgebiet sesshaft und lebte in Oberhausen.

Die Teilnahme an Turnieren war durch den Schichtdienst beim Wetteramt Essen sehr erschwert, so konzentrierte sich HCK, wie einige noch sein Kürzel in vielen Schachzeitschriften kennen, auf das Lösen - er war Jahrzehnte lang ein Spitzenlöser bei quasi allen deutschen Schachzeitungen - und Kommentieren. Gelegentlich komponierte er auch; drei Beispiele habe ich angeführt.

Wichtig war ihm stets die Werbung fürs Problemschach besonders bei Partiespielern; hierbei unterstützten ihn sein Humor und seine entsprechend "lockere Schreibe" bei der Leitung verschiedener Problemspalten. Ich selbst kam sehr früh mit ihm über die damalige Rochade/Europa-Rochade in Kontakt; daraufhin lud er mich wie andere junge Problemschächer ein, in seiner "Problemecke" (dieser Begriff ist wahrlich untertrieben, umfasste sie doch in der Regel zehn Druckseiten!) der Heißener Schachpost, der Zeitschrift seines Schachvereins, mitzulösen.

Gemeinsam haben wir Mitte der 1980er Jahre zwei "Ruhrpott-Treffen" organisiert, an denen nicht nur Problemisten aus ganz NRW, sondern auch überraschend viele Partiespieler aus seinem Verein, aber auch aus der Mülheimer und Essener Umgebung teilnahmen. Gemeinsam mit anderen Problemfreunden aus dem Ruhrgebiet sind wir viele Jahre lang zusammen nach Andernach gefahren: Die Fahrten waren stets sehr kurzweilig, aber auch anregend durch viele schachliche und nichtschachliche Diskussionen.

Noch nicht lange hatte Hans-Christoph Krumm als Nachfolger von Herbert Grasemann die Leitung der Problemrubrik der Deutschen Schachblätter übernommen, als er am 14. Juni 1994 während seines Familienurlaubs tragisch verunglückte: Er wollte entgegenkommenden Wanderern Platz machen, kam ins Rutschen und stürzte einen Abhang hinunter in den Tod.

1 Hans-Christoph Krumm

Mainzer Allgemeine Zeitung
1969

wKh3, wDa3, wLa4, wSf3, wBc5d2f5,
   sKc4, sLf6, sBa5b7f4

#4 (7+5)

1: 1.d4! [2.Db3#] 1.- Lxd4 2.Sd2+ Kd5 3.Db3+ Kxc5/Ke5 4.Se4/De6#, 1.- Kd5 2.Da2+ Ke4 3.De2+ Kd5/Kxf5 4.De6/Lc2#. Dazu schrieb HCK selbst in Caissas Schlossbewohner: "Zeigt eine Auswahl taktischer Elemente: Wachablösung hinsichtlich c5 im Schlüssel, Feldräumung d2, Linienöffnung a2-e2, Läufer-Nahblock d4, Heranführung des schwarzen Königs an doppelte Fernblocks (=Epauletten d4/f4 bzw. f4/f6). Allerdings im "Stil vor über 100 Jahren" mit stillem Schlüssel (einzügiger Kurzdrohung) und mit der damals üblichen Schachjagd. Mein erster, mir sehr bedeutender Vierzüger."

2 Hans-Christoph Krumm

Deutsche Schachblätter 1972

Sonderpreis

Herbert Grasemann gew.

wKa8, wDg6, wTd3, wLa3, wSe4e6, wBe3g5h7,
   sKe5, sDh2, sTf2h4, sSf3g4, sBe7

#2 (9+7)

2: Intensiv hat sich HCK mit den verschiedenen Facetten des Fleck-Themas beschäftigt; hier zeigt er eine saubere Darstellung der freien Form des Karlström-Flecks mit je vier Drohungen, "Fleck-Varianten" und Totalparaden: 1.Sd6! [2.De4,Df5,Sf7,Sc4#] 1.- Sd4/Sf6/Sxe3/Sxg5 2.De4/Df5/Sf7/Sc4# sowie 1.- Df4/Sh6/Sd2/exd6 2.exf4/h8=D,L/Lb2/Lxd6#.

3 Hans-Christoph Krumm

Die Schwalbe 1983

Bernd Horstmann gew.

wKh1, wTe1, wLa2f8, wSd5e5,
   sKd4, sDc7, sTc4f7, sLe3g4, sSg5, sBa5b4b5c6f2f4f5

h#2 2.1;1.1 (6+14)

3: Auch mit Hilfs- und Selbstmatts beschäftigte er sich; das ausgewählte Stück zeigt einen Zilahi mit Batterieaufbau und Selbstblock: 1.Kxe5 Sxe3 2.Td4 Sxg4#, 1.Kxd5 Sxc4 2.Ld4 Sb6#.

 


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