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Heft 248, April 2011  

 


Aktuelle Meldungen 61
Klaus Wenda: Goldene Problemschachzeiten 62
Hans Gruber: Altes Eisen rostet nicht: Jörg Kuhlmann zum 60. Geburtstag 67
Entscheid im Informalturnier 2007: Abteilung Retros 68
Gerd Rinder: Die Spielregeln der orthodoxen Schachaufgabe 73
Entscheid im Informalturnier 2008: Abteilung Selbstmatts 76
Fritz Hoffmann: Reha-Werte für Sam Loyd 80
Stephan Eisert: Zum Beugungsrömer 81
Entscheid im Informalturnier 2009: Abteilung Märchenschach 82
Urdrucke 91
Lösungen der Urdrucke aus Heft 245, Oktober 2010 100
Bemerkungen und Berichtigungen 114
Ausschreibung zum 9. WCCT 117
Turnierberichte 118

 

Entscheid im Informalturnier 2007 der Schwalbe

Abteilung Retros, Preisrichter: Gerd Wilts (München)

Heft 223: 13283 (NL Heft 231, S. 509), 13284 (Neufassung: Heft 226, S.209), 13285 (BP in 26,5 Zügen), 13286 (NL Heft 231, S. 510), 13287, 13288 (Neufassung). [4 Aufgaben]

Heft 224: S.91 B, S. 91 C (Korr: Heft 229, S.361), 13334, 13335, 13336 (Korr. Heft 227, S. 267), 13337 (NL: Heft 232, S. 559), 13338, 13339, 13340 (NL), 13341, 13342 (NL). [8 Aufgaben]

Heft 225: 13393, 13394, 13395, 13396 (NL), 13397 (korr. Forderung: DR+AP, pRA), 13398, 13399, 13400, 13401. [8 Aufgaben]

Heft 226: 13450, 13451, 13452, 13453, 13454, 13455, 13456, 13457, 13458, 13459, 13460 (NL-Hinweis in Heft 229 falsch: Heft 233, S.614). [11 Aufgaben]

Heft 227: 13513 (NL + Korr. Heft 230, S.448), 13514, 13515 (NL), 13516 (NL), 13517, 13518 (Korr. Autor und Widmung Heft 230, S.449, DL Heft 231, S.510), 13519 (DL Heft 231, S. 510), 13520, 13521 (NL), 13522, 13523, 13524. [7 Aufgaben]

Heft 228: S. 284, S. 297 D-I, S. 301 Nr. 10, 13580 (illegal: Heft 231, S. 507), 13581, 13582 (NL Heft 231, S.508), 13583, 13584, 13585. [12 Aufgaben]

Im Jahr 2007 wurden 63 Retro-Urdrucke in der Schwalbe veröffentlicht. Davon waren 13 nebenlösig, so dass 50 Probleme zu beurteilen waren, von denen ich schließlich 14 Probleme ausgezeichnet habe. Es gab in diesem Jahr sehr viele Anticirce-Procas, dafür aber nur sehr wenige anspruchsvolle Beweispartien und Auflöseretros. Es ist bedauerlich, dass sich anscheinend nur ein recht kleiner Kreis von Lösern regelmäßig mit den Anticirce-Procas beschäftigt. Die Retrozugregeln, dazu die Anticirceregeln und die spezifische Mechanik der Verteidigungsrückzüger sind Hürden, die zunächst überwunden werden müssen, bevor man sich an Anticirce-Procas wagen kann. Selbst dann sind viele Anticirce-Procas ohne Computer sehr schwer zu lösen, so dass sich die Beschäftigung oft auf das Nachspielen der Lösung beschränkt und deshalb viele Feinheiten vermutlich verborgen bleiben. Es ist deswegen fraglich, ob Anticirce-Procas jemals größere Popularität erlangen werden, wie z.B. Beweispartien. Für die Bewertung in einem Preisbericht - gerade auch in der Schwalbe, die ein Forum für aktuelle Entwicklungen bietet - spielen Lösefreundlichkeit und Popularität aber keine Rolle, hier sind vor allem Originalität und Komplexität gefragt. Dementsprechend finden sich viele Anticirce-Procas unter den Auszeichnungen. Bei den Auflöseretros kam es mir vor allem auf eine ausreichende retroanalytische Tiefe an. Deshalb kamen viele Aufgaben (z.B. Equal Last Move-Aufgaben und pRA, AP-, DR-Aufgaben) für mich nicht für eine Auszeichnung in Frage.

Insgesamt war 2007 leider kein herausragendes Retrojahr für die Schwalbe, aber die Preisträger haben mir alle sehr gut gefallen. Einige Anmerkungen zu nicht ausgezeichneten Problemen, die nur knapp die Aufnahme in den Preisbericht verfehlt haben:

13395: Trickreiche, schöne und lange eindeutige Auflösung. Der Mechanismus mit Rochade und Zurücklaufen des sK von der ersten auf die achte Reihe ist aber schon zu bekannt. 13460: Nette Konstruktionsaufgabe, aber zu viele Zusatzbedingungen. 13513v: Zu viele Bedingungen für die zu ergänzenden Steine. 13514: Als Rekord interessant, aber die beiden Lösungen sind fast identisch und sehr einfach. 13522: Die beiden Beweispartien sind praktisch identisch und das Hilfsmattspiel nicht interessant. D-I, Heft 228, S. 297: Diese Aufgaben verwenden alle genau dasselbe (sehr interessante!) Schema wie die bereits mit einem Preis ausgezeichnete und auch bessere Aufgabe C Schachmatnaja Komposizija 2000) des Artikels.

1. Preis: 13341

Wolfgang Dittmann

Die Schwalbe IV/2007

Lf2d2a8, sTb5c8, sSe8, wLf8, wKb7, sBb3b4b6c7, wBh2a2h3f3f4a4c5d7, 
sKa6, wSa5, wDe1

#1 vor 11 Zügen
VRZ, Typ Proca (12+11)

Hochkarätige Remispendel-Aufgabe mit vielen Finessen: Um den Hauptplan D:f2[d1]# durchführen zu können, muss Weiß zunächst den sLd2 von der Beobachtung von e1 ablenken, weil Schwarz sonst das Matt mit Le1 abwehren könnte. Das geht nur, indem der wK sich auf b8 in ein Selbstschach stellt, sobald der sL auf c3 und der sK auf a7 stehen (denn dann muss Schwarz das Schach mit Lh8-c3+ aufheben). Nach den einleitenden Zügen pendelt also der wLf8 so lange, bis der sK und der sLd2 in der ungünstigen Position stehen. Es gibt zwar schon sehr viele orthodoxe und Anticirce-Verteidigungsrückzüger, die die Stellungswiederholung-Remisregel verwenden, aber das an sich einfache Thema wurde hier durch etliche interessante Beigaben verfeinert: schöner einleitender Schlüsselzug, mit dem durch retroanalytische Überlegungen der sBh7 schlagunfähig gemacht wird; sehr interessanter Auswahlzug des wLf8 für das Remispendel in Verbindung mit der Ausnutzung der schwarzen Vorwärtsverteidigung (nur das Feld h6 funktioniert: d6 und g7 gehen wegen einer unmittelbaren VV nicht und e7 geht wegen einer weit hinten liegenden VV nicht); und vor allem eine raffinierte Verknüpfung zweier schwarzer Pendelsteine. Alle diese Feinheiten machen das Problem ungemein spannender und interessanter als gewöhnliche Pendelaufgaben.
Nicht gleich R: 1.Bg5:Bh6 e. p.[h2]? h7-h5, weil der sBh7 dann entschlagen könnte, z. B. Bg7:Sh6[h7]. Also R: 1.b2:La3! Ka7-a6 (nicht 1... Lc3-d2? wegen des Hauptplan-Kurzmatts 2.Kb8-b7 Lh8-c3+ 3. Ka(b)7-b8, V: 1. D:Lf2[d1]#) 2.g5:Bh6 e. p. [h2] h7-h5 3. Lh6-f8! (nur h6 eignet sich als Pendelfeld: nach 3. Ld6/g7-f8? hat Schwarz die Vorwärtsverteidigung 3. ... Lc3-d2, V: S:d6/g7[b8]#, und 3.Le7-f8? geht nicht, weil Schwarz im 10. Zug die VV 10. ... Lh8-c3+, V: 1. Se8~# hat, da die wDe1 das Repulsfeld e8 nicht mehr besetzen kann.) Ka6-a7 4.Lf8-h6 Ka7-a6 5.Lh6-f8 Kb8-a7! (nicht 5. ... Ka6-a7? wegen Kurzmatt 6.Lf8-h6 Lc3-d2 7.Kb8-b7 Lh8-c3+ 8.Ka(b)7-b8, V: 1.D:Lf2[d1]#) 6.Lf8-h6 Lc3-d2 7.Lh6-f8 Ld2-c3 8.Lf8-h6 Lc3-d2 9.Lh6-f8 Ka7-b8 10.Kb8-b7 Lh8-c3+ 11.Kb7-b8, V: 1.D:f2[d1]#.

2. Preis: 13285

Jorge Lois
Roberto Osorio

Die Schwalbe II/2007

sTh8a8, sSh7b8, sDe8, sKf8, sLa5g8, sBg5d5b5g6b6f7e7, wBg2f2c2b3e4c4,
wDd4, wSd2f3, wLf1c1, wTe1d1, wKg1

BP in 26,5 Zügen (14+15)

Ein Proof Game of the Future, also eine Beweispartie mit je einem doppelt gesetzten, gewichtigen Thema bei Weiß und Schwarz, hier bei Weiß zwei Pronkin-Läufer und bei Schwarz der Platzwechsel der beiden Türme. Diese Beweispartie ist technisch sehr gut umgesetzt und verwendet viele gute Konstruktionskniffe, z.B. darf der wBd2 erst dann nach c4 oder d3 spielen, wenn der Umwandlungs-L wieder auf f1 steht, und ein Switchback Th8-g8-h8 wird durch Lg8, Sh7 verhindert. Die beiden Pronkin-Läufer werden allerdings recht einfach dadurch motiviert, dass die beiden weißen Türme nach d1 bzw. e1 ziehen. Michel Caillaud hat das gleiche Thema zwar schon mit zwei Pronkin-Türmen statt Läufern gezeigt, was sogar noch harmonischer wirkt (631, Europe Echecs, 452, 01/1997; H25, FIDE Album 1995-1997; P0008981), aber auch diese Darstellung mit den weißen Läufern ist beeindruckend und technisch ausgereift.
1.e4 a6 2.Lb5 a:b5 3.h4 Ta3 4.h5 Th3 5.a4 c5 6.a5 c4 7.a6 c3 8.d:c3 h6 9.Lg5 h:g5 10.a7 Th6 11.a8=L Ta6 12.h6 b6 13.Ld5 Ta8 14.Lc4 d5 15.h7 Lf5 16.h8=L Lh7 17.Sf3 g6 18.0-0 Lg7 19.Te1 Kf8 20.Lf1 De8 21.c4 Lc3 22.b3 La5 23.Lb2 Sf6 24.Dd4 Lg8 25.Sd2 Th8 26.Tad1 Sh7 27.Lc1.

3. Preis: 13401

Arno Tüngler

Die Schwalbe VI/2007

wBc2h7f7e7d7a7, wBf2e2d2f3c3b3b4, sKa3, sTa2, wKa1, wLd1

Löse die Stellung auf!
11 eindeutige Schlagfälle!
Welche? Isardam (9+8)

Tiefgründige Isardam-Auflösungsaufgabe mit zwei spezifischen Befreiungsmechanismen für die beiden Könige. Die besonders schwer zu findende Rücknahme wKa2:sTa1 ist der Schlüssel zur Öffnung des Käfigs. Neben den 11 absolut eindeutigen Schlagfällen (eindeutige Anfangs- und Endfelder) stehen bei zwei weiteren Schlägen noch die Art der beteiligten Steine fest. Die Aufgabe verdient wegen der hohen Originalität und der komplexen Auflösung eine hohe Auszeichnung.
R: 1.sTb2:wSa2 wSc1:sLa2, dann weiter wSg8→ c1, g7-g8=S, wBh6:% sSg7, sSg7:wD, wD:sBb5, sKa4-a3, sKa5:wTa4, wTa3:sDa4, sKe8→ a5, sDd8→ a4, sSd3:wTc1, sLb1-a2, wKa2:sTa1, wTh1→ a3, wKe1→ a2, sTh8→ a1, sTa8→ b2, wBb2-b3, sBb3:wSc2, sBc4:wSb3, wBa3:sLb4, wLf1→ d1, wBg2:sSf3.

4. Preis: 13288v

Günther Weeth
Wolfgang Dittmann

Die Schwalbe II/2007

wKd4, wSd7, wBa3b4b5e6f6f7h3, sKa4, sDg6, sTc1, sLc6d2, sSc4f1,
sBb6b7c5d3g5g7h6

#1 vor 19 Zügen
VRZ, Typ Proca (9+14)

Weiß benötigt ein zusätzliches Tempo, um den wSd7 über b8 nach c6 zu spielen, um das Matt R: 1.b2-b4, V: 1.b3# geben zu können. Dieses Tempo wird gewonnen, indem der sLd2 mit drei hintereinander geschalteten Remispendeln nach g3 gelenkt wird. Die Verwendung der Stellungswiederholungsregel im Procaretraktor ist nicht neu und auch die möglichst häufige Verwendung von Remispendeln wurde schon (im orthodoxen Proca) thematisiert (siehe W. Dittmann, 3074 feenschach 50 04-06/1980 (P0007762), #1 vor 830 Zügen mit 18 Remispendeln). Um interessant zu sein, müssen also weitere Besonderheiten dazukommen, und zwar in diesem Fall, dass zwei verschiedene schwarze Pendelsteine beteiligt sind, die sich abwechseln: zuerst sL, dann sD, dann wieder sL. Die Darstellung ist hier sehr klar und auch wenn im Lösungsverlauf leider kein einziger Anticirce-Entschlag vorkommt, so ist Anticirce trotzdem wesentliches Element dieser Darstellung.
R: 1.Sb8-d7 Ld7-c6+ 2.Ke3-d4 Lc3-d2+ 3.Kd4-e3 Ld2-c3+ 4.Ke3-d4 Lc3-d2+ 5.Kd4-e3 Le1-c3+ 6.Ke4-d4 Dh5-g6+ 7.Kf3-e4 Dg6-h5+ 8.Ke2-f3 d4-d3+ 9.Kd3-e2 Dh5-g6+ 10.Ke2-d3 Dg6-h5+ 11.Kd3-e2 Dh5-g6+ 12.Ke2-d3 Dh4-h5+ 13.Ke3-e2 d5-d4+14.Kd2-e3 Lf2-e1+ 15.Ke3-d2 Lf2-e1+ 16.Kd2-e3 Le1-2+ 17.Ke3-d2 Lg3-e1+ 18.Sc6-b8 Lb8-g3+ 19.b2-b4, V: 1. b3#.

1. ehr. Erw.: 13517

Wolfgang Dittmann

Die Schwalbe X/2007

wKa7, sLa6c7, sBg3g4g5g6d6d7, wBf2d4a5, sTg2e4, sKh4, sSd1, wSg1

#1 vor 5 Zügen
VRZ, Typ Proca (5+12)

Um zum Ziel zu kommen, muss Weiß zahlreiche Vorwärtsverteidigungen ausschalten, die zum Teil erst durch das Verfolgen des Hauptplans neu entstehen. Dazu ist ein äußerst präzises weißes Spiel notwendig: jede Zugumstellung und jeder vorzeitige, falsche Entschlag führt zu einer Widerlegung entweder durch Vorwärtsverteidigung oder durch die mögliche Besetzung des Repulsfeldes a1 durch eine schwarze Figur, so dass h8=T kein Matt mehr wäre. Ein nicht sehr leicht zu verstehender, aber sehr interessanter Anticirceproca mit viel Strategie in wenig Zügen.
Der wSg1 muss für den Hauptplan R: 1.h7:Tg8=S[b1], V: 1.h8=T# nach b1 gebracht werden, aber gleich R: 1.Sb1:Sc3[g1]? scheitert an der Vorwärtsverteidigung R: 1. ... Lb7-a6, V: 1.Sb5#. R: 1.Kb8-a7? Lb6-c7+ 2.Sb1:Sc3[g1] scheitert an der VV 2. ... Lb7-a6, V: 1.Te8#. Also R: 1.Kb6-a7! Lb8-c7+ 2.Kc5-b6 (immer noch nicht 2.Sb1:Sc3[g1]? wegen der VV 2.. ... Sb(d)5-c3, V: 1.La7# und auch nicht 2. Kc7-b6? wegen der VV 2.. ... La7-b8+ 3.Sb1:Sc3[g1] Te8-e4, V: Sb(d)5/Lb6#) 2.. ... Lc7-b8+ 3.Sb1:Sd2[g1]! (nicht 3.Sb1:Sc3[g1]? wegen der VV 3.. ... Sd5-c3, V: 1.Lb6#) 3.. ... Te7-e4 (sonst Kurzmatt) 4. e5:f6 e. p. [f2] f7-f5 5.h7:Tg8=S[b1], V: 1.h8=T#.

2. ehr. Erw.: 13454

Werner Keym

Die Schwalbe VIII/2007

Sa8, wDb8, sTc8, wLe8, sBb6f7e7c7b7, wKd7, sKa6

Letzter Zug?
b) wTb8 statt wDb8
Schwarz ist am Zug (3+8)

Auch wenn bei Aufgaben mit so wenig Steinen der Retrogehalt naturgemäß recht klein ist, so ist eine Unterbietung der bisherigen Rekorde (Jan Mortensen & Werner Keym, Die Schwalbe 1984 (P0001018) und Jan Mortensen, FEENSCHACH 1962 (P0001019)) um gleich zwei Steine nach mehr als 20 bzw. 40 Jahren in dieser Kerndisziplin der Retroanalyse doch eine eindrucksvolle und überraschende Leistung!
a) R: 1.a7:Db8=D; b) R:1. a7:Db8=T.

3. ehr. Erw.: 13339

Satoshi Hashimoto

Die Schwalbe IV/2007

Th8a8, sSg8b8, sLf8c8, sDd8, sKe8, sBg5d6b6f7e7c7b7, wTd7,
wBg2f2d2e3c6, wLd4f5, wDa4, wKb3, wSg1c3

BP in 19,0 Zügen (12+15)

Der Autor hat dieses Thema schon mehrfach bearbeitet: Switchback möglichst vieler Figuren in einer das Thema möglichst verbergenden Darstellung. Hier sind es 7 schwarze Figuren, deren Switchback in 2 Fällen durch Schläge motiviert werden und in den übrigen Fällen durch den in die gegnerische Bauernkette eindringenden weißen Turm. In der Vergleichsaufgabe R121, Problemesis, 36, 12/2003 (P1011856) desselben Autors führen alle 8 schwarzen Steine ein Switchback aus, 6 davon durch einen weißen, noch auf dem Brett stehenden Umwandlungsturm motiviert, einer durch einen Schlag und einer durch ein Schachgebot im letzten Zug. In der vorliegenden Aufgabe werden die Switchbacks also ökonomischer motiviert, aber dafür sind es auch nur 7 statt 8 Switchbacks.
1.e3 g5 2.Ld3 Lg7 3.L: h7 Kf8 4.Lf5 T:h2 5.c4 Th8 6.Th6 De8 7.Tb6 a:b6 8.c5 T:a2 9.c6 T:b2 10.Ta8 Ta2 11.Lb2 d6 12.Ld4 Le6 13.Sc3 Sd7 14.Td8 Ta8 15.Da4 Sb8 16.Kd1 Lc8 17.Td7 Dd8 18.Kc2 Ke8 19.Kb3 Lf8.

4. ehr. Erw.: 13585

Günther Weeth

Die Schwalbe XII/2007

wTe7, sSg6, sBf4d4h6, wSa3a5, sKa4, sDh4, wBd3, wKe3, sTf1d2, wLc1

#1 vor 4 Zügen
VRZ, Typ Proca,
ohne VV (6+8)

Zwei analoge Varianten, in denen Weiß jeweils eine zusätzliche weiße Figur durch Entschlag einer schwarzen Figur auf dem magischen Feld gewinnt. Der auf g1 entschlagene Figurentyp korrespondiert mit der schwarzen Figur, die das Selbstschach im ersten Zug aufhebt (Dame und Springer). Beide gewonnenen weißen Figuren entschlagen den sBd4, um Matt durch Abzugsschach zu geben. Die Aufgabe zeigt (abgesehen von den beiden inkorrekten, schematischen Aufgaben 13515 und 13516) erstmalig die Nutzung eines magischen Felds in einem Anticirce-Proca.
R: 1.Te4-e7 De7-h4+ 2.Kf2-e3 Sh8-g6+ 3.Lh2:Dg1[c1] Dd8-e7+ 4.Dg7-g1[=sD], V: 1.D:d4[d1]# 1. ... Se7-g6+ 2.Ke2-e3 Td1-d2+ 3.Lh2:Sg1[c1] Sg8-e7+ 4.Sf3-g1, V: 1. S:d4[g1]#.

1. Lob: 13584

Klaus Wenda

Die Schwalbe XII/2007

Lb7, sBe2d2d3d4d5, wLh5, sKc4, sSg3, wTa1, wKb1

#1 vor 6 Zügen
VRZ, Typ Proca (3+8)

Damit der Hauptplan R: 1.Tc1:Sc3[a1] Sb5-c3+ 2.Kc2-b1+ Sc7-b5+ 3.Le8-h5, V: 1. Kb3# durchschlägt, muss der auf c3 entschlagene sS nach b5 gelenkt werden, was geschickt durch vorbereitendes Blocken von d1 geschieht, denn dadurch ist die ganze Selbstschachkette 4.. ... Sb5-c3+ 5.Kc2-b1+ Sc7-b5+ auf einmal erzwungen. Der Versuch 3.Tc1:Dc2[h1] Dc3-c2+ 4.Kb2-b1 Da5-c3+ 5.Kc2-b2+ Dc7-a5+ 6.Le8-h5, V: 1.Kb3# scheitert nur an der Vorwärtsverteidigung 5. ... Dc7-a5+, V: 1.Db6(7,8)#.
R: 1.Th1:De1[a1] Df2-e1+ 2.Th1:Td1 La8-b7+ 3.Ta1:Ba2[h1] a3-a2+ 4.Tc1:Sc3[a1] Sb5-c3+ 5.Kc2-b1+ Sc7-b5+ 6.Le8-h5, V: 1.Kb3#.

2. Lob: 13393

Werner Keym

Die Schwalbe VI/2007

Ba2d6c6c7b7a7, wBg2e2d2c2h3e4g7, sKf2, wKh2, sLe1, sDf1

Letzter Zug?
Duplex (8+9)

Ein Duplex-Lastmover mit verhältnismäßig viel Retroanalyse (z.B. darf der wBe4, der den sLc8 geschlagen haben muss, nicht sofort entschlagen, da er dann f3 blockieren würde, so dass kein Springer mehr nach g1 ziehen könnte, um ein Retroschild zu bilden).

Weiß am Zug: R. 1.Bb3:Ba2; Schwarz am Zug: R.1. Bf6:Bg7.

3. Lob: 13453

Klaus Wenda

Die Schwalbe VIII/2007

wSa8, sKe8, sLh4a6, sBg3d4, wLc3, sTd2c2, wKe1

#1 vor 3 Zügen
VRZ, Typ Proca (2+8)

Ein verführungsreicher Anticirce-Proca mit viel virtuellem Spiel: Der beabsichtigte Retrozug Te8-b8 muss zunächst legalisiert werden, indem das Repulsfeld a1 besetzt wird, denn andernfalls würde die Rücknahme nach einer Reihe von Selbstschachgeboten in ein illegales Selbstschach münden. Das gleiche Schema hat der Autor schon in einer anderen Aufgabe bearbeitet (9353 feenschach 163, 2006, P1080402), aber dort wird die hier illegale Selbstschachkette mit einem einzügigen Vorplan legalisiert.
R: 1.Kc7:Bb6[e1] Ka7:Tb8[e8]+ (Entschlag einer D ist illegal: 1. ... Ka7:Db8[e8] 2.De8-b8+ Kb8-a7+ 3.Kd8-c7+, und Schwarz kann das Schach durch den sLh4 nicht aufheben; Entschlag 1. ... Ka7:Sb8[e8] mündet in Kurzmatt 2. Kc8-c7, V: 1. Sc6#) 2.La1-c3! Ta(b)2-c2+/Lc4-a6+ 3.Te8-b8, V: 1. Kb8#/Kb7#.

4. Lob: 13582

Frank Fiedler

Die Schwalbe XII/2007

siehe Text(0+0)

Wie lautet die kürzeste Partie, in der der schwarze König - auf g8 stehend - durch einen Bauernzug mattgesetzt wird?
Eine nette Knobelaufgabe: Eine Beweispartie anhand weniger vorgegebener Randbedingungen zu konstruieren, macht immer Spaß. Wichtig ist dabei, dass die Vorgaben möglichst gering und unscheinbar sind, was hier (im Gegensatz zur 13583) gerade noch der Fall ist.

1.e4 f5 2.e5 Sf6 3.e:f6 Kf7 4.Dh5+ Kg8 5.f7#.

5. Lob: 13287

Günther Weeth
Klaus Wenda

Die Schwalbe II/2007

Günter Lauinger gewidmet

sSc8, sTb1d8, wTc1a6, sKa3, sBe3d3b3, sDa1, wKe1

#1 vor 6 Zügen
VRZ, Typ Proca (3+8)

Hübsche Mattkombination, in der der wK zunächst das Repulsfeld a1 besetzt und gleichzeitig mit einem auf b2 entschlagenen sT die Diagonale schließt, um dann sofort einen anderen sT (sTb1) zu schlagen, um das Repulsfeld gleich wieder zu verlassen. Als Vorbereitung für diese Mattkombination muss zunächst eine Vorwärtsverteidigung ausgeschaltet werden.
R: 1.Ke1:Bf2[e1] f3-f2+ 2.Ke2:Lf2[e1] Se7-c8+ 3.Ke1-e2 Lg1-f2+ 4.Ke1:Lf2[e1] Tf8-d8+ 5.Tc4-c1 Dh8-a1+ 6.Ka1:Tb2[e1]+, V: 1. K:b1[e1]#.

6. Lob: 13334

Alexander Jarosch

Die Schwalbe IV/2007

sBe6e7d7c7a7, wBd2c2a2d3e4d4e5, wKb3, sKe2, sLb1, sSc1

Ergänze einen Stein
und löse die Stellung auf! (8+8)

Schöne, allerdings auch recht einfache Ergänzungsaufgabe.
+wTa1, dann R: 1.b2:Lc1=S+. Der sBg7 hat diagonal nach c3 geschlagen, hat dann den wBb2 auf seinem Ursprungsfeld geschlagen und sich dann auf b1 in einen sL umgewandelt. Der sLb1 hat den wTa1 eingesperrt, so dass als Ergänzungsfigur nur dieser wTa1 in Frage kommt.

 


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