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Heft 229, Februar 2008

 


Dr. Hermann Weißauer-Geburtstagsturnier
Entscheid im Informalturnier2005/06, Abteilung Studien
Entscheid im Informalturnier 2006, Abteilung Selbstmatts
Einladung zum Schwalbe-Treffen in Oestrich-Winkel
Konstruktions-Wettbewerb (205.TT der Schwalbe)
Werner Keym: Zum Vallado-Task (5)
Klaus Wenda: Anticirce-Proca-VRZ mit der Anschlussforderung r# in 1 Zug
Werner Keym: Konsekutive Allumwandlung im Dreizüger
Aktuelle Meldungen
Bernd Schwarzkopf: Der einzige Zug
Hartmut Laue: Die take&make-Bedingung
Urdrucke
Lösungen der Urdrucke aus Heft 226, August 2007
Bemerkungen und Berichtigungen
Turnierberichte
Buchbesprechungen

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Konsekutive Allumwandlung im Dreizüger
von Werner Keym, Meisenheim
1 Friedrich Köhnlein
Münchner Neueste Nachrichten 1903
  2 Bo Lindgren
Eskilstuna Kuriren 1952
  3 Werner Keym
Stuttgarter Nachrichten
4.VIII.2007
#4 (11+4) #3 (11+8) #3 (12+6)

1: 1.f8D Kb4 2.h8L (2.h8D? Ka4 3.Dc3 patt) K:c5 3.b8T(ZZ) Kd6 4.e8S#. — 2: Lc8S g2:h1T 2.b8L Kb7 3.a8D#, 1.- Kc7 2.T:c5+,b8D+, b8L+ Kd8/K:b7 3.g8D,T#/a8D#. — 3: 1.gSD [2.c8D ~ 3.Dg5#] a1L 2.c8T (ZZ) K:e6 3.f8S# (Partiesatz-Material), 1.- Kc4/Kc6 2.c8D+ Kb3/Kb5/Kd5 2.Dc3#/Dge8#/ Dg5#; 1.c8D? a1L; 1.c8T? K:e6 2.g8D d5.

In Peter Hoffmanns Artikel „Irrungen und Wirrungen" in der Schwalbe, Juni 2006, Heft 219, S. 479 stieß ich auf Bo Lindgrens Problem von 1952, das eine Allumwandlung durch vier verschiedene Bauern (konsekutive AUW) zeigt. Das scheint nichts Neues zu sein, wenn man an Friedrich Köhnleins unübertroffenen Vierzüger (Nr. 1) und an spätere Mehrzüger denkt. Doch besteht ein wesentlicher Unterschied: Nr. 2 ist ein Dreizüger, daher muss mindestens ein schwarzer Zug ein Umwandlungszug sein. Das erschwert die Konstruktion, und Nr. 2 scheint die erste und bis 2007 einzige Aufgabe dieser Art zu sein. Ihre Hauptvariante (1.c8S g2:h1T) ist tadellos, die Nebenvariante aber leider dualistisch: 1.- Kc7 2.T:c5+,b8D+,b8L+. Das beschäftigte mich, und nach einigen Irrungen und Wirrungen gelang mir der völlig dualfreie Dreizüger Nr. 3 (1.g8D ohne Fluchtfeldraub).

4: 1.a8S [2.g8D ~ 3.c8D,L#] g2h1T 2.g8L (ZZ) Ke8/Kc8 3.c8D#/Le6#, 1.- Ke6/Kc8,Ke8 2.g8D+ K:f5/Kd7 3.Ld3#/c8D,L# — 5: 1.b8D [2.c8D ~ 3.#] h1L 2.c8T K:d7 3.f8S#, 1.-Ke5 2.Db2+ Kf4/Ke6 3.Dd4#/f8S# — 6: 1.c8T [2.e8D ~ 3.De7#; 2.g8D K:d7 3.e8S#] a1L 2.g8D K:d7 3.e8S#; 1.- K:d7 2.e8D+ Kd6/K:e8 3.De7,Tc6#/g8D,T#; 1.- Ke6 2.g8D+ Kd6/K:d7/Kf5 3.e8S#/e8S#/Tf1#; 1.c8D? a1L; 1.Kb7? a1D.

Wenig später schuf Bo Lindgren, den ich informiert hatte, die Probleme Nr. 4 mit 1.a8S und Nr. 5 mit 1.b8D (ohne Fluchtfeldraub). Damit stellte sich die Frage, ob der weiße Schlüsselzug eine Umwandlung in einen Turm oder Läufer sein kann. Das ist viel schwieriger darzustellen, da die Begründung für diese Unterverwandlung verzögert erfolgt und die Gefahr von Nebenlösungen zunimmt. Trotzdem gelang es dank Peter Hoffmanns Konstruktionskünsten: Nr. 6 mit 1.c8T und Nr. 7 mit 1.c7:d8L.

4 Bo Lindgren
Dagens Nyheter IX/2007
XVVV 5 Bo Lindgren
Urdruck
VVX 6 Werner Keym
Peter Hoffmann
Urdruck
#3 (11+10) #3 (14+6) #3 (12+6)

  7 Werner Keym
Peter Hoffmann

Urdruck
#3 (13+9)
7: 1.c7:d8L [2.e8D ~ 3.De7#,L :c5#; 2.g8D ~ 3.e8S#] g2:h1T
2.g8D K:d7 3.e8S#; 1.- g2:h1D 2.e8D De4 3.L:c5#; 1.- g2:f1D
2.e8D De1/De1 3.De7#/L :c5#; 1.- K:d7 2.e8D+ Kd6/K:e8
3.De7#/g8D,T#; 1.- Ke6 2.g8D+ Kd6/K:d7/Kf5 3.e8S#/e8S#/ Sg3#; 1.c7:d8D/e7:d8D/e7:d8L? g2:h1T; 1.c7:d8S? K:d7.

Rein rechnerisch gibt es 24 verschiedene Kombinationen für die vier unterschiedlichen, eindeutigen Umwandlungen. Da die schwarze Umwandlung in eine Dame (mangels Selbstpatt) entfällt und eine weiße Umwandlung in einen Turm oder Läufer als Mattzug ausscheidet (andernfalls ginge auch die D-Umwandlung), sind insgesamt 10 verschiedene Typen theoretisch möglich: D1TS (Nr. 3 und 5), DtLS; T1DS (Nr. 6), T1SD, TsLD; LtDS (Nr. 7), LtSD, LsTD; S1TD, StLD (Nr. 2 und 4). Vier Typen sind realisiert, LtDS jedoch mit Schlagschlüssel. Sechs fehlen noch, darunter TsLD oder LsTD, die vielleicht überhaupt nicht darstellbar sind. Wer Herausforderungen mag, findet hier ein attraktives Betätigungsfeld. - Für Hilfe und Anregung danke ich Erich Bartel, Peter Hoffmann und Bo Lindgren. Hinweise und Ergänzungen sind willkommen. Werner Keym, Herzog-Wolfgang-Str.15, 55590 Meisenheim.
Die take&make-Bedingung
von Hartmut Laue, Kronshagen
Ungefähr drei Jahre ist die Idee nun alt, und vor fast zwei Jahren, als bernd ellinghoven mit mir über mögliche Märchenschach-Ideen für das nächste Andernach-Treffen sprach, reifte der Entschluß, sie ebendort der Allgemeinheit vorzustellen: die take&make-Bedingung. Ihr Grundgedanke ist, einen geschlagenen Stein nicht, wie üblich, ohne Erbarmen vom Brett zu stellen, sondern ihn dabei mit einem Schwanengesang noch einmal zur Wirkung kommen zu lassen: Jeder Stein wird bei Ausführung eines Schlages („take") verpflichtet, unmittelbar (also als Bestandteil des schlagenden Zuges) vom Feld des vollzogenen Schlages aus noch einen Zug nach der Gangart des geschlagenen Steins auszuführen („make") - so als würde der Geist des geschlagenen Steins noch einmal in ihn fahren. Damit reiht sich diese Märchenschach-Idee in die Gruppe der zusammengesetzten Züge ein, für die man in den orthodoxen Regeln bereits die zwar als besonderer K-Zug geltende, aber aus einer Bewegungskombination des Königs und des Turms bestehende Rochade als Beispiel vorfindet. Auch die Bauernumwandlungen können als zusammengesetzt aufgefaßt werden, nämlich aus einem gewöhnlichen Bauernzug und der Wahl einer Umwandlungsfigur, wenn auch letztere nicht den Charakter eines Zuges hat. Sehen wir uns die take&make-Bedingung einmal in einigen Beispielen an, die seither das Licht der Welt erblickt haben:

A Stephen Emmerson
Andernach-Programm 2006
  B Michel Caillaud
Andernach-Turnier 2006
7. Platz (Abt. Direktes Spiel)
  C Uri Avner
Hans Peter Rehm

Kjell Widlert
Andernach-Turnier 2006
4. Platz(Abt. DirektesSpiel),
Version
#2 take&make (8+4) s#6 take&make (11+5) #2 take&make (9+10)

Wir beginnen mit A aus der Werkstatt von Stephen Emmerson, der unverzüglich sowohl die Bedingung begeistert aufgriff als auch die Programmierung für das Löse-Programm popeye in Angriff nahm: 1.e5+? ist „fast" matt - allerdings nur fast: Zwar ist der wBf5 tabu, da ja Schwarz den Schlag K:f5 („take") von f5 aus mit einem Zug nach der Gangart des geschlagenen Bauern komplettieren müßte, d.h. mit Kf5-f6 („make"); als take&make-Zug geschrieben „1.- K:f5-f6", was wegen Selbstschachs illegal wäre. Auch wäre 1.- K:e5-e6 illegal, nicht wegen der Deckung von e5 durch die wD, sondern wegen der Deckung von e6 durch den wBf5. Aber Schwarz pariert das weiße Schach durch den Schlag des wL 1.-d:e2-c4! erfolgreich. (Der wT könnte zwar auf c4 schlagen, stünde dann aber wegen der take&make-Bedingung im gleichen Moment auf c3 und würde daher nicht einmal mehr Schach bieten!) Daher 1.Ld1! mit der Drohung 2.e5#. Schwarz kann sich mit seinem Springer vierfach zur Wehr setzen, doch jedesmal gibt es ein take&make-bedingtes Matt: 1.- Sb6 2.S:b6-d5#, 1.- Sc5 2.S:c5-e6#, 1.- Se5 2.Dh6# (wobei die Blockade von e5 nicht nur unmittelbar, sondern auch nach dem versuchten Schlag des wBe4 spürbar ist: Der Be4 ist nicht etwa „durch den wTb4 gedeckt", sondern er kann nicht geschlagen werden, weil das einzige Feld, auf das er seiner Gangart nach ziehen könnte, das Feld e5, besetzt ist!), 1.- Sf6 2.Db8# (2.- K:f5-f6??).
Das Kompositionsturnier Andernach 2006 erbrachte eine Reihe hervorragender Arbeiten, die man im Preisbericht in „feenschach" studieren können wird. Ein witziges Stück daraus ist das Selbstmatt B: Stünde der wSf3 auf g1, so wäre Schwarz nach 1.Kf1 zu e2# gezwungen: Der sB kann weder vom wK noch vom wS geschlagen werden, weil dann von e2 aus ein Zug in der Gangart des sB ausgeführt werden müßte; einen solchen gibt es aber nicht, da das Feld e1 besetzt ist. Da Schwarz in der Diagrammstellung patt ist und sich dies auch nach 1.Sg1?? nicht bessert, geht es darum, diesen Zug möglich zu machen: Nach 1.e8T! hat Schwarz einen einzigen Zug: 1.- S:e8-e6. Weiter geht's: 2.d8T S:d8-d6 3.c8T S:c8-c6 4.b8T S:b8-b6. Und nun 5.Sg1, denn jetzt ist Schwarz nicht patt: 5.- S:a8-c6, und schließlich 6.Kf1 e2#. Man könnte es auch mit 1.e8L,D? oder 1.e8S? versuchen, würde aber nicht ans Ziel gelangen: Es muß tatsächlich jedesmal in einen Turm umgewandelt werden!
Der 4. Platz in der Abteilung „Direktes Spiel" des Andemach-Turniers 2006 war eine der Aufgaben, die später überarbeitet und deutlich aufpoliert wurden. Das Ergebnis ist in C zu sehen: Da 1.f8S+? an 1.- K:e7-g8! scheitert, könnte man auf die Idee kommen, sich dazu erst einmal des Se7 zu entledigen. Sowohl 1.S:d5-d4+? T:d4-~2.f8S# als auch 1.S:g6-g5+? L:g5-~2.f8S# sieht zunächst gut aus - bis man die widerlegenden fortgesetzten Verteidigungen 1.- T:d4-b5! bzw. 1.- L:g5-e4! findet. Die weißen Springerschachs treten als Mattzüge auf nach 1.f8D? [2.Dg8#] Lf4/Tf4 2.S:d5-d4/S:g6-g5#. Auch 1.- Tc,e4 (mit der Absicht 2.Dg8+? K:e7-c6! bzw. K:e7-f5!) kann Weiß noch erledigen: 2.L:T-g4#.
Aber nach 1.- Lg5! (2.Dg8+ L:f6-f7+!) geht es nicht weiter. Nach diesem Grimshaw-„Vorprogramm" kulminiert das thematische Geschehen durch das, was nach dem fluchtfeldgebenden Schlüssel 1.f4! passiert. Es droht 2.f5#, da wegen des besetzten Feldes f6 der wBf5 nicht geschlagen werden kann. Und nun lassen die nur scheinbaren „Schnittpunktbesetzungen à la Novotny" 1.- L:f4-f5 bzw. 1.-T:f4-f5 die schwarzen Langschrittler dank der take&make-Bedingung aus der Bahn geraten, mit der jeweiligen Folge 2.S:g6-g5# bzw. 2.S:d5-d4#. Liegt hier nun ein reziproker Mattwechsel vor, oder ist es „nur" ein Paradenwechsel? Denn streng genommen ist ja der Zug 1.- Lf4 aus der Verführung ganz und gar nicht mehr der Zug 1.- L:f4-f5 aus der Lösung (ebenso für den Turmzug)! Die K-Flucht 1.- Kd6 wird mit 2.D:b2-b6# beantwortet.

D Volker Gühlke
Peter Schmidt
Andernach-Programm 2006
XVVV E Andreas Thoma
Original
VVX F Viele Väter
Original
h#2 take&make
b) sBg5 —>d2
(5+9) h=4
take&make-Circe
(2+3) h=3*
take&make-Circe
(2+2)

Das Andernach-Turnier 2006 ergab auch im Bereich der Hilfsforderungen glänzende Resultate. Obwohl deutlich weniger ambitioniert als die Turnierspitze, läßt Aufgabe D aus dem damaligen Programmblatt dies schon ahnen: a) 1.Sf5+ L:f5-g3+ 2.Tf4 T:f4-f5#, da für den sK jedes von f5 aus in Turm-Gangart erreichbare Feld unzugänglich ist, und mit ähnlicher Begründung b) 1.Se4 T:e4-g5+ 2.Tf5 L:f5-f4#.
Interessant ist die Verbindung mit der Circe-Bedingung, da auch diese an das Schlagen von Steinen geknüpft ist. Wir wollen mit „take&make-Circe" diejenige Kombination von Bedingungen bezeichnen, bei der nach der Ausführung eines take&make-Zuges die Circe-Wiedergeburtsregeln auf den gerade geschlagenen Stein angewandt werden.
In E wird aus dem geringen Material ein munteres Treiben herausgeholt: 1.-f1D+ Ka2 2.Df7+ g;f7-e8D+ 3.K:e8-a8 (wDd1) Dg1 4.h:g1-b1T (wDd1) D:b1-b6 =. Es ist zu beachten, daß stets erst der take&make-Zug ausgeführt und erst dann über die Wiedergeburt entschieden wird und nicht umgekehrt; sonst wäre der 4. Zug nicht möglich, da die „zu früh" wiedergeborene wD den Weg des sT nach bl versperrte. Ferner gilt, daß wie im orthodoxen Schach erst nach Abschluß eines Bauernzuges (auf die Grundreihe der anderen Farbe) die Umwandlung erfolgt. Obwohl man es nicht „merkt", zieht also im 4. Zug der schwarze Bauer von g1 nach b1 und wird erst auf b1 zum Turm. Auch dies folgt dem Prinzip, daß der take&make-Zug in jedem Fall eine Einheit ist, deren zwei Teile nicht durch scheinbare zwischenzeitlich auftretende Effekte (wie eine B-Umwandlung) getrennt werden können. Schon in B wurde dieses Prinzip angewandt: Ein nach dem „take"-Teil eines Schlagzuges eventuell optisch vorhandenes Selbstschach (dort: nach sS:wT) ist irrelevant, wenn es durch den „make"-Teil (dort: sS-6) wieder neutralisiert wird. Schlägt ein Bauer auf ein Umwandlungsfeld und verläßt vermöge des „make"-Teils des Schlagzuges wieder die Umwandlungsreihe, so bleibt er ein Bauer; es findet in dem Fall keine Umwandlung statt, da der Zug nicht mit einem Bauern auf einem Umwandlungsfeld endet.

Unvermeidlich ist es natürlich, auch die bekannte „Viele-Väter-Stellung" auf ihre take&make-Brauchbarkeit zu untersuchen. Mindestens Stephen Emmerson, Norbert Geissler und der Schreiber dieser Zeilen entdeckten unabhängig und fast gleichzeitig, daß gerade die Kombination take&make-Circe hier ein wohlschmeckendes Bonbon bereithält, siehe F: Satz: 1.-b:a7-a6 (sBa7)=. Spiel: 1.a:b6-b7 (wBb2) b4 2.Ka7 b5 3.Ka8 b6 =. Auch hier ist im Satz zu beachten, daß über die Wiedergeburt erst nach Ausführung des take&make-Zuges entschieden wird. Hätte dagegen Circe die Priorität gegenüber take&make, so würde der auf a7 geschlagene Bauer zunächst auf Nimmerwiedersehen verschwinden und erst dann das Feld a7 durch den wB geräumt.

Schließlich gilt es noch dem Unglücksfall vorzubeugen, daß ein Bauer eine Figur schlägt, die auf die Grundreihe der Farbe des schlagenden Bauern ziehen könnte: Dies ergäbe den Effekt, daß z.B. ein weißer Bauer auf die erste Reihe geraten könnte, mit der ärgerlichen Konsequenz, daß für ihn dann keine orthodoxen Zugregeln existierten. Jede (natürlich mögliche) Festsetzung einer solchen Regel unterläge einer Willkür und führte zu Diskussionen (und Stellungsbildern), die mit dem ursprünglichen take&make-Gedanken nichts zu tun hätten. Daher gehört zu den take&make-Regeln auch der Ausschluß von Bauern auf der Grundreihe der eigenen Farbe. Insgesamt wird die take&make-Bedingung in der folgenden Definition erfaßt, mit der sie schon 2006 in Andernach vorgestellt wurde:

Schlägt ein Stein Y einen Stein X (keinen König!), so muß Y als Bestandteil desselben Zuges vom Feld des Schlags aus noch einen nicht schlagenden Zug gemäß der orthodoxen Regel für die Gangart von X ausführen. Gibt es einen solchen Zug nicht, so kann X nicht von Y geschlagen werden. Als Feld des Schlags gilt stets das von Y beim Schlagen betretene Feld (was insbesondere beim e.p.-Schlag zu beachten ist).
Ein Bauer darf weder auf der Grundreihe der eigenen Farbe stehen noch aufgrund der take&make-Bedingung dort hinziehen.
Eine Bauern-Umwandlung findet dann und nur dann statt, wenn das abschließend erreichte Feld eines Bauernzuges auf der Umwandlungsreihe liegt (also nicht, wenn ein Bauer in die Umwandlungsreihe hineinschlägt und diese aufgrund der take&make-Bedingung wieder verläßt!).
Schachgebote werden wie im Orthodoxen behandelt (d.h. auf einen König als zu schlagenden Stein wird die take&make-Bedingung nicht angewandt).

This is the definition ofthe take&make condition in English:
1) If a unit Y makes a capturing move to a square s, then, after capturing ("take"), Y must execute (from s) a further non-capturing move ("make") obeying the (orthodox) move laws for the captured unit, as part of the complete capturing move. If there is no such move, Y cannot capture the unit.
2) Checks are orthodox, kings cannot be captured, pawns can never move to (or initially be placed on) the first rank of their own colour, pawn promotion takes place only if the pawn move ends on the 8th rank (and not immediately after the "take" part of a take&make move).
3) In the comblnation take&make-Circe, a Circe rebirth takes place only after the complete take&make move, not immediately after its "take" part.

Die Ergebnisse des Turniers von Andernach 2006 sind ermutigend und nähren die Erwartung, daß im Bereich der take&make-Bedingung noch manche witzige und manche tiefliegende Komposition zu entdecken sein dürfte. Daher wird ein Thema-Turnier dazu ausgeschrieben


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