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Heft 199, Februar 2003  

 


Karl-Heinz Siehndel: 100 Jahre neudeutsche Problemschule -
wohin geht die Reise?
Entscheid im Ernst-Hasselkus-Gedenkturnier
(186. Thematunier)

Entscheid im Informalturnier 1998, Abteilung Mehrzüger
Peter Hoffmann: Vor 20 Jahren: Das achte Weltwunder
Stephan Eisert: Zum Quark
Chris Feather: Hilfsmatts im Vexierspiegel (VIII)
Michael Keller: Stellungnahme zu den klärenden Bemerkungen
zum Anti-Mari-Thema von Wieland Bruch
Alexander A. Kisljak: Schlagvon Umwandlungsfiguren
in gemischtfarbiger Doppelsetzung
Aktuelle Meldungen
Urdrucke
Lösungen aus Heft 196, August 2002
Löserliste
Bemerkungen und Berichtigungen
Arno Tüngler: Nachtrag zu 85 Jahre Wechseltürme


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Ernst-Hasselkus-Gedenkturnier
(186. Thematurnier der Schwalbe)
Preisbericht von Sir Jeremy Morse
(als Auszug im Internet)

Zu Beginn mein Dank an die Schwalbe - insbesondere an Frank Müller, Kay Soltsien und ihre Helfer - für die Ehre der Einladung, dieses Turnier zu richten, und für jegliche Hilfe bei der Aufbereitung und dem Testen, die ein Richter erhoffen konnte. Meine Dankbarkeit ist besonders groß, weil das langzügige Selbstmatt, in dem Emst Hasselkus ein so bemerkenswerter Meister war, eines der schwierigsten Bereiche in der Welt des Schachproblems ist. Es ist wirklich eine harte Herausforderung, Originalität und künstlerische Gestaltung mit Korrektheit zu vereinen, und diese Betrachtung hat mich bewegt, einen hohen Anteil der korrekten Einsendungen in die Ehrung einzubeziehen. Ich werde freudig überrascht sein, wenn diese alle die Computertests in den kommenden Monaten und Jahren überleben.
Es erreichten uns insgesamt 27 Einsendungen, von denen 12 gekocht wurden und 3 wegen Vorgängern ausschieden. Für die 12 verbleibenden treffe ich folgenden Entscheid:

1. Preis: Nr. 18 von Michel Caillaud.
Eine elegante Allumwandlung (AUW). Weiß beginnt mit König und 5 Bauern, davon nur 3 auf der 7. Reihe, führt meistens Züge ohne Schachgebot aus, auch die zwei letzten, und zaubert ein feines Selbstmatt ohne den Brettrand herbei. - 1.h8=D Ka7 2.Da1+ La6+ 3.Kc5 Ka8 4.f8=L Ka7 5.Ld6 Ka8 6.c8=T+ Ka7 7.c7 Kb7 8.Tb8+ Ka7 9.Tb4 Ka8 10.Kc6 Ka7 11.c8=S+ Ka8 12.Sb6+ Ka7 13.Sd7 Ka8 14.Da5 Ka7 15.Lc5+ Ka8 16.Dd8+ Lc8 17.Kb5 Kb7 18.Da5 L:d7#

2. Preis: Nr. 20 von Michel Caillaud.
Noch eine ungewöhnliche weiße Mannschaft erzwingt geschickt ein Rand-Selbstmatts. Die Bilder in der Mitte der Lösung - nach 4 Zügen versammeln sich die 4 weißen Leichtfiguren auf der 4. Reihe und nach dem 16. Zug haben die wD und der sK die Zugphase getauscht - zeigen der Reihe nach die Logik der Lösung, - 1.Sd4 Kd8 2.Lb4 Kc8 3.La4 Kd8 4.Se4 Kc8 5.Le1 Kd8 6.Lh4+ Kc8 7.Sb5 Kd7 8.Dd5+ Kc8, Ke8 9.Dg8+ Kd7 10.Sc7+ Sc6 11.Sg5 Kd6, Ke7 12.Sf7+ Kd7 13.Ld8 Kc8 14.Dg4+ Kb8 15.Sa6+ Ka8 16.Dc8+ Sb8 17.Ka5 Ka7 18.Lb6+ Ka8 19.Dd8 Kb7 20.Sd6+ Ka8 21.Sb5 Kb7 22.Dc7+ Ka8 23.Dc6+ S:c6#

1. Preis:
Michel Caillaud

F-Chatenay-Malabry
2. Preis: Michel Caillaud
Theodor Siers

F-Chatenay-Malabry
Spezialpreis:
Karlheinz Bachmann

Bochum
s#18
(6+2) s#23
(6+2) s#57
(4+2)
Spezialpreis: Nr. 8 von Karheinz Bachmann.
Der dualfreie Längenrekord des Selbstmatts mit schwarzem K+S stand seit 1986 bei 40 Zügen, ungeachtet der großen Anstrengung ihn zu übertreffen. Diese Überarbeitung eines zuvor erfolglosen Versuchs, angenommen sie bleibt korrekt, stellt einen großen Schritt voran dar. - 1.Tf6+ Ke5 2.Df4+ Kd5 3.Td6+ Kc5 4.Dd4+ Kb5 5.Tb6+ Ka5 6.Dc5+ Ka4 7.Tb4+ Ka3 8.Dc3+ Ka2 9.Tb2+ Ka1 10.Tc2+ Kb1 11.Tc1+ Ka2 12.Da1+ Kb3 13.Tc3+ Kb4 14.Da3+ Kb5 15.Tc5+ Kb6 16.Da5+ Kb7 17.Tc7+ Kb8 18.Db6+ Ka8 19.Da6+ Kb8 20.Tb7+ Kc8 21.Dc6+ Kd8 22.Tb8+ Ke7 23.Te8+ Kf7 24.Dd7+ Kf6 25.De7+ Kf5 26.De4+ Kf6 27.Df4+ Sf5+ 28.Kh7 Kf7 29.Te3 Kf8, Kf6 30.d4 Kf7 31.d5 Kf8, Kf6 32.d6 Kf7 33.d7 Kf8 (33.- Kf6 34.De5+ Kf7 35.De8+ bzw. 34.- Kg5 35.Tf3) 34.Db8+ Kf7 35.De8+ Kf6
36.Tf3 Kg5 37.De5 Kh5 38.Tg3 Kh4 39.Df4+ Kh5 40.Th3+ Sh4 41.Kh8 Kg6 42.Tg3+ Kh5 43.Tg5+ Kh6 44.Tc5+ Kg6 45.Dg5+ Kf7 46.Dg7+ Ke6 47.d8=S+ Kd6 48.De5+ Kd7 49.Dc7+ Ke8 50.Te5+ Kf8 51.Se6+ Ke8 52.Sf4+ Kf8 53.Dd6+ Kf7 54.Te7+ Kf8 55.Th7+ Ke8 56.Dd7+ Kf8 57.Sg6+ S:g6#
 
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Entscheid im Informalturnier 1998 der Schwalbe
Abteilung: Mehrzüger
Preisrichter: Hartmut Laue, Kronshagen
(als Auszug im Internet)

34 Urdrucke nahmen an dem Turnier teil, das die der Mehrzüger-Abteilung der Schwalbe angemessene gute Qualität hatte. Drei der Probleme stachen durch ihre außergewöhnliche thematische Kragenweite so hervor, wie man es bei Preisanwärtem erwartet. Bei einem von ihnen, Nr.10122 (Gordian & Rudenko), wurde der wunderschöne Inhalt allerdings durch den Einsatz einer reichlich arbeitsscheuen weißen Dame bedenklich teuer erkauft. Nur kurze Zeit nach dieser Veröffentlichung ist es den Autoren in der Tat überzeugend gelungen, genau dieses konstruktive Manko zu beseitigen, und mit einer im übrigen der Nr.10122 sehr nahestehenden Aufgabe haben sie dadurch einen wohlverdienten Turniersieg an anderer Stelle erzielt (siehe Diagramm A; Lösung 1.Sd6? f:g5!, 1.f3? S:f8!; 1.Lc4! [dr. 2.L:d3, was auch nach 1.- b:c5 erfolgt] 1.- f5 2.Sd6 f.e4 3.S:f7+ 4.Ld6#, 1.- S:c5 2.f3 S:e4 3.f4+ 4.Sf3#). Im vorliegenden Turnier werden daher nur zwei Preise vergeben. Aber eine erfreuliche Zahl sehr guter Probleme machte auch die weitere Reihung alles andere als einfach. Allen Autoren sei für das anstrengende Vergnügen daran gedankt! Eine Nachrückerliste aus Aufgaben zu erstellen, die eine Auszeichnung nur knapp verpaßt haben, wäre in diesem Turnier nicht schwierig; als erste fallen mir dazu - in numerischer Reihenfolge - Nr. 9886, 9950, 10011, 10065, 10183 ein. A
Juri Gordian
Valentin Rudenko
Rochade Europa 1999
1. Preis
#4
(11+13)
1. Preis: 10009
Dieter Kutzborski
2. Preis: 10181
Marcel Tribowski
Spez. ehr. Erw.: 9952
Karlheinz Bachmann
#5
(13+11) #6*v
(11+13) #8
(11+7)

1. Preis: Nr. 10009 von Dieter Kutzborski.
Ein vorgeschalteter Grimshaw auf e3 dient als Regulator für die Wirkung der - im ersten Zug noch scheiternden - Nowotny-Verstellung auf d5 im vierten Zug. Er entscheidet nämlich darüber, ob der
wSa7 nach c3 oder der wSb2 nach b6 zu führen ist, um für den im Schlüssel geopferten wL die Deckung von d5 zu übernehmen. Dabei wird durch die Springerwege über b5 bzw. c4 ein erstes Mal eine T/L-Verstellung auf d5 (mit dem wL als Sperrstein) genutzt, die anschließend mit letalem Effekt (mit dem wB als Sperrstein) erneuert wird. Das Ergebnis ist ein phantasievoll erfundener Pseudo-LeGrand-Mechanismus von bestechender Harmonie, bei dem auch der Schlüssel nicht besser sein könnte. Der eine mag die nicht eindeutige Drohung bedauern, der andere (wie der puristische Richter) den Umwandlungsläufer auf f3; auf die Spitzenstellung dieser grandiosen Aufgabe kann dies keinen Einfluß haben. - 1.d5? [2.Sb5/Sc4] g:f3!; 1.Ld5! [2.Sb5+ K:d5 3.e4#] Te3 2.Sc4+ K:d5 3.Sb6+ Kd6 4d5 [5.Sb5A] Td5 (L:b6??) 5.Sc4# B; 1.- Le3 2.Sb5+ Kd5 3.Sc3+ Kd6 4.d5 [5.Sc4 B] L:d5 (T:c3??) 5.Sb5# A; (1.- K:d5 2.e4+ Kd6 3.d5 Td5/L:d5 4.Sc4/Sb5).

2. Preis: Nr. 10181 von Marcel Tribowski.
Angesichts der knappen Satz-Vorspeise 1.- T:d7/L:g5 2.Sc3+/S:f2+ 3.D:d7/D:g5t wirkt der verzichtende Schlüssel 1.Df8! überraschend. Im Hauptmenu der Lösung kommt es infolgedessen auch nicht mehr zum simplen Schlag der schwarzen Akteure, sondern zur viel komplizierteren Freilegung der jeweiligen Mattlinie durch Weißauer-Bahnung. Dabei ist die harmonische Verbindung der beiden Hauptvarianten über den gemeinsamen Dreh- und Angelpunkt d2 ein imponierendes Erlebnis. Störend sind die aufdringlichen Nebenvarianten, der Preis für die Realisierung dieses anspruchsvollen Konzeptes. - Satzspiel: 1.- L:g5/T:d7 2.S:f2+/Sc3+ Ke3/Kd4 3.D:g5/D:d7#; Verführung: 1.Df6!? [2.T:f5] T:d7! 2.??; Lösung: 1.Df8! [2.Sf6+] Ke3 3.S:d5+ e:d5/Ke4 4.Ld2+/Sf6+ Ke4/Ke3 5.D:f5/Ld2#; 1.-L:g5 2.Sc3+ A Kd4 3.Td2+ L:d2 4.Sb5+ Ke4 5.Sf6+ B Ke3 6.Dh6#, 3.- Sd3 4.Sb5+ Ke4 5.Te2+ f:e2 6.Lg2#, 3.- Ld3 4.D:f3 L:d2 5.D:f2+ Le3 6.D:e3#; 1.- T:d7 2.Sf6+ B Ke3 3.Ld2+ T:d2 4.Sg4+ Ke4 5. Sc3+ A Kd4 6.Dd8#, 2.- L:g4 5.D:f4+ e:f4 6.Te5#.

Spezielle ehrende Erwähnung: Nr. 9952 von Karlheinz Bachmann.
Dem Autor gebührt hohe Anerkennung dafür, dem berühmten Grasemann/Kraemer'schen Gedanken nicht nur eine korrekte Form gegeben, sondern zugleich die Häufung sogar noch erweitert zu haben. Schade allerdings, daß dies nur auf Kosten einer leider vollzügigen Nebenvariante möglich war, die zudem durch Zugumstellung und (Umwandlungs-)Dual leicht unsauber ist. - 1.e8T! T:f5 2f8T (f8D Tf3!) Tc5 3.c8T! (c8D? Tc6+) Ta5! 4.a8T Td5! 5.d8T Tb5 6.b8T T~ 7.T:T/K:T T:g3 8.S:g3# (1.- T-e2 2.T:e2 T:g3 3.D:f2 Tg2 4.b8D (4.b8T, a8D,L) S:e2 5.Df3 Sg1 6.a8D S:f3 7.D:f3 Kg1 8.Db1#).


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