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Heft 197, Otkober 2002 voriges Heft nächstes Heft

Kalenderblatt

Nach Hartong, Niemeijer und ten Cate war Gerardus Hendrikus Drese der vierte prominente niederländische Problemist des Jahrgangs 1902. Er wurde am 23. September v r 100 Jahren geboren und starb am 9. August 1980. In den zwanziger Jahren begann er, sich mit Schachkomposition zu befassen, konzentrierte sich auf Dreizüger, thematisch auf Fesselungsmechanismen. Wie virtuos er dieses Gebiet beherrschte, zeigt sein Siegerproblem aus dem Wettkampf NL-D, in dem der sK im Lösungsverlauf in die (in der Ausgangsstellung noch: Halb-) Fesselungslinien hineinzieht: 1.Sc4! [2.B:d3+ nebst 3.D:e3#] 1.- Sd:c4 2.Dg2+ Kd4/Kf4 3.Se6/Dg4#, 1.- L:c4 2.Lg2+ Kd4/Kf5
3.Df4/Df3#, 1.- Se:c4 2.Dg4+ Ke5 3.Sf7#. Die andere Aufgabe zeigt eine prächtige, elegante Kombination von Pickaninny und Albino: 1.Ld3! e:d6 2.f3 S~ 3.Le4/Lc4#, 1.- e6 2.f:e3 nebst 3.Lc4#, 1.- e5 2.f:g3 nebst 3.Le4# und 1.- e:f6 2.f4 S~ 3.Le4/Lc4#.
Gerardus H. Drese
Niederlande-Deutschland 1954
1. Platz
Gerardus H. Drese
T.K.N.S.B. 1935
2. Preis
Karl Ursprung
Die Schwalbe 1938
1. Preis
#3 (12+12) #3 (8+6) #2 (11+9)

Ebenfalls vor 100 Jahren geboren wurde der Würzburger Karl Ursprung (14.9.1902-28.4.1983). Er bildete mit Willy Popp und Michael Schneider seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ein bekanntes und erfolgreiches unterfränkisches Dreigespann und komponierte überwiegend Zwei- und Dreizüger. Sein Preisträger aus dem Jahr 1938 zeigt eine Brennpunkt-Verlagerung: 1.- T~ 2.Dd4/De5, nach 1.Db1! kommt nach T~ das D-Matt auf d3 oder f5, zusätzlich 1.- T:e3/T:f4 2.S:e3/S:f4#.
Das 1929 in der White'schen Christmas-Serie zweisprachig erschienene Buch "Antiform" von Franz Palatz und Alfred W. Mongrédien gehört zu den für die Theorie wichtigsten Büchern dieser berühmten Serie. Palatz, der Hauptautor des Werks, fand in dem am 1. September vor 125 Jahren geborenen Mongrédien (†1954) einen Mitarbeiter, der vom "Übersetzer" (obwohl der deutschen Sprache kaum mächtig) des deutschen Texts zum Co-Autor wurde, indem er eine englische Überarbeitung lieferte, die so überzeugend war, dass Palatz seinen ursprünglichen Text daran anpasste.
Vor 125 wurde auch Creassey E.C. Tattersall geboren (7.9.1877-26.10.1957), der 1910/11 das zweibändige Werk "1000 Endgames" herausgab.

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