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Heft 195, Juni 2002 voriges Heft nächstes Heft

Kalenderblatt

Zdenek Mach
Aftonbladet 1899
Spezialpreis
Zdenek Mach, einer der bedeutenden Komponisten böhmischer Schule, wurde vor 125 Jahren in Loucen geboren (2.5.1877-2.12.1954). Er war beruflich hochrangig im öffentlichen Dienst tätig, leitete unter anderem die letzten gesamtstaatlichen tschechischen Landes- und Bezirkswahlen 1935, übersetzte daneben wissenschaftliche und belletristische Literatur aus dem Englischen. Als Problemkomponist debutierte er 1894 und schuf etwa 350 Kompositionen. Zusammen mit dem vier Jahre jüngeren Miroslav Havel bemühte sich Mach um die Vervollkommnung der böhmischen Schule; so waren weiße Bauern verpönt und der Einsatz schwarzer Bauern wurde nur als notwendiges Übel toleriert. - 1.Ka8! ist sicher eine Überraschung; Kontra-Auswahl mit der Stillen Drohung 2.Lf5 g:f5 3.Dg8#; 1.- Dg3! 2.Lf6+ Kf4 3.Dc4#, 1.- Dh3 2.Df6+ K:g4 3.Df4#. Drei Modellmatts.
#3 (4+11)
Vor 150 Jahren wurde Edward Wallis in GB-Scarborough geboren (13.5.1852-25.6.1922). Er veröffentlichte 1908 eine der frühesten Miniaturensammlungen: "777 Chess Miniatures in Three" erschien in auffälligem Format (ca. 9 x 21 cm, damit es "could be easily carried about", sagt der Autor). Nachdem Oscar Blumenthal den Terrninus in seinen 1902 und 1903 erschienenen Bänden geprägt hatte (siehe Heft 194, S. 395), bestätigt Wallis in seiner Einleitung, dass sich der Begriff "Miniatur" in der Zwischenzeit durchgesetzt habe.
Josef Plachutta
Leipziger III. Zeitung 1858
Vor 175 Jahren wurde im damals zu Österreich, heute zu Kroatien gehörenden Zadar Joseph Plachutta (13.5.1827-22.7.1883) oder Josip Plahuta, wie die nicht eingedeutschte korrekte Schreibweise lauten sollte, geboren. Nachdem 1854 der Ur-Nowotny erschienen war, lag Plachuttas am 28.8.1858 erschienenem Schnittpunkt-Problem (nach Kohtz und Kockelkorn in "Das indische Problem" 1903, S.121) die Frage zugrunde: "Warum muss es gerade Turm und Läufer sein, die einander verstellen; sollten nicht auch zwei Türme dies zustande bringen können?". Sie konnten es, was die großen K.& K. zur Namensgebung ("Der Durchschnittspunkt Plachutta's") veranlasste. Erst später stellte sich heraus, dass die Idee damals nicht nur "in der Luft lag", sondern sich bereits kurz zuvor niedergeschlagen hatte (Sam Loyd, Chess Monthly Nov. 1857; Frank Healey, III. London News Dez. 1857; siehe Breuer-Buch Nr. 243). - Lösung: Nach der unthematischen Einleitung 1.Df3 S:c5 sind die von den sTT bewachten potentiellen Mattfelder c7 und g3 klar erkennbar. Es folgt die thematische Verstellung 2.Tg7! mit anschließender Ablenkung des jeweils schlagenden Turms: 2.- Tg:g7 3.Lc7+ T:c7 4.Dg3# bzw. 2.- Th:g7 3.Dg3+ T:g3 4.Lc7#.
#4
x
(7+7)
J.B. of Bridport
III. London News 29.IV.1854
Der fast gleichaltrige John Brown (30.5.1827-17.11.1863), der unter seinem Pseudonym J.B.of Bridport publizierte und von Breuer als "würdiger Nachfolger d'Orvilles" bezeichnet wird, war ebenfalls in der Loveday'schen "Goldgräber-Zeit" tätig, in der viele später intensiv bearbeitete Ideen ihre frühesten Darstellungen fanden. 1865 erschien posthum unter dem Titel "Chess Strategy" eine 174 Probleme umfassende Auswahl seiner Kompositionen - heute ein gesuchtes Sammlerstück. In der hier gezeigten Miniatur sehen wir einen Pseudo-Turton, denn Th1 geschieht nicht, um auf h2 zu verdoppeln, sondem um die vierte Reihe zu gewinnen. Ein Problem von hoher künstlerischer Substanz" urteilte J. Breuer. - 1.Tal? Ke3!; 1.Thl! Kc3 2.Th2 Kb3/d3 3.Db2#, 1.- Ke3 2.Th4 Kd3/d3 3.Th3/Te4#.
h#8 (2+3)

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