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Heft 194, April 2002 voriges Heft nächstes Heft

Kalenderblatt

Der Berliner Oscar Blumenthal (13.3.1852-24.4.1917) war als Schriftsteller, Kritiker und Bühnendichter bekannt und gehörte daneben zu den hervorragendsten Erscheinungen des Berliner Schachlebens (DSZ 1917, S. 113). Was auch 85 Jahre nach seinem Tod noch an ihn erinnert, sind seine Schachminiaturen, die er in zwei Bänden 1902 und 1903 herausgab und die wohl erstmals den Blick auf diese zierlichen Kleingemälde der Problemkunst (so Blumenthal in der Einleitung zu Band 1) lenkten - zu einer Zeit, als das altdeutsche Variantenproblem in seiner barocken Fülle noch gang und gäbe war. Das Echo auf den ersten Band, der 360 Miniaturen präsentierte, war so groß, dass der Autor bereits im folgenden Jahr weitere 400 Miniaturen im zweiten Band vorlegen
konnte. Dort stellte er, sichtlich zufrieden, in der Einleitung fest, dass "die Wirkung des Buches (...) sich nicht bloß mittelbar in der Problemliteratur des letzten Jahres (zeigte), wo die mühsam aufgebauten Variantenkomplexe nicht mehr die Alleinherrschaft haben und wo immer siegreicher die Freude an der Einfachheit hervortritt". Es ist nicht nur Zeit, an Blumenthals 150. Geburtstag zu erinnern, sondern parallel dazu auch an 100 Jahre Miniaturen-Literatur.
Oscar Blumenthal
201 Schachminiaturen 1902

Oscar Blumenthal
213 Schachminiaturen 1903

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